Arbeitet bandübergreifend WR-G33DDC

Rückseite eines WiNRADiO-Empfängers

Panorama-Empfänger: Drei Spektrogramme unterstützen den Anwender

Teamwork: G33DDC und CW Skimmer im Contest-Umfeld

Teamwork 2: G33DDC und MultiPSK. Simultandecodierung von BPSK-Sendungen auf 36 Kanälen

Rausgefischt: Bakensignal (hier OH2B) visuell im aufgezeichneten Spektrum analysieren

Idealform: Rechteckförmige Durchlasskurve bei einer Filterlänge von 20000

Auf einen Blick

Empfängeraufbau: Digital abwärtsmischender SDR
Empfangsbereich: 9 kHz – 49,995 MHz
Abtast-Rate: 100 MHz 16 Bit ADC
Spurious Free Dynamic Range (SFDR): 107 dB
Eingangs-IP3 des ADC (Dither ein): +31 dBm
Minimal detektierbares Signal (500 Hz): -130 dBm @ 14 MHz
Empfindlichkeit  (@ 10 MHz, mit Vorverstärker): SSB -121 dBm (0.20 µV) @ 10 dB S+N/N
DDC-Bandbreite: 20 kHz - 4 MHz (24 Schritte)
Demodulations-Bandbreite: 1 Hz - 62,5 kHz (1 Hz Stepping)
Leistungsaufnahme: 620 mA

Vertrieb über SSB-Electronic GmbH, 59557 Lippstadt
Preis: 1799,00 €

Technische Daten nach [1] - siehe "Zum Weiterlesen"


Zum Weiterlesen

[1] WiNRADiO: WR-G33DDC Technische Daten: http://www.ssb.de/winradiode/g3/wr-g33ddc.shtml

[2] Ireland, S., VK6VZ; Harman, P., VK6APH: Der Aufstieg des Direct Down Conversion Receivers (DDC). SDR – Potenzial für die Zukunft. CQ DL-Spezial SDR und D-Star (2008), S. 37-39

[3] Scholz, B., DJ9CS: SDR-IQ – Spektrumanalyzer und softwaredefinierter Empfänger. FUNKAMATEUR 56 (2007) H.7, S.  721-723

[4] Kester, W.: Dynamische Leistungsfähigkeit von A/D-Wandlern. http://www.elektronikpraxis.vogel.de/analogtechnik/articles/266042/

[5] Muzychenko, E.: Virtual Audio Cable: http://software.muzychenko.net/eng/vac.htm

[6] Seidenberg, C.: Der softwaredefinierte Empfänger SDR-IQ.

FUNKAMATEUR 60 (2011) H.1, S.30-32

[7] Höding, M., DL6MHEW: CW Skimmer: neue Möglichkeiten für DXer und Contester. FUNKAMATEUR 57 (2008) H.4, S. 400-402

[8] Open source DRM-Decoder: DReaM. http://sourceforge.net/apps/mediawiki/drm/index.php?title=Main_Page

[9] Patrick, FC6CTE: MultiPSK. http://f6cte.free.fr/index_anglais.htm

[10]International Beacon Project:  http://www.ncdxf.org/pages/beacons.html

[11] Das Petabyte-Zeitalter: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/1572816/

[12] Mjelde, B.: The Winradio G33DDC: http://arcticdx.blogspot.com/  

 

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Funkempfang 2.0: Die
neue „Wunderwaffe“

Das Topmodell der WiNRADiO SDR-Empfänger heißt WR-G33DDC Excalibur Pro

Mit rekordverdächtigen 4 MHz Spektrum- und Aufnahmebreite bietet der neue SDR-Empfänger wortwörtlich neue Perspektiven in der Signal- und Empfangsanalyse. Clemens Seidenberg hat dem neuesten Wunderwerk aus der australischen Empfängerschmeide unter die Haube geschaut.

In den meisten Dynastien kommt dem Erstgeborenen die herausragende Bedeutung zu. Anders verfährt man bei WiNRADiO: Dem einfacher ausgestatteten Einführungsmodell WR-G31DDC der neuen Baureihe folgt das mit erweiterten Funktionen versehene Topmodell. Dessen eher nüchterne Bezeichnung WR-G33DDC wird durch den dynamisch klingenden Nachnamen „Excalibur Pro“ ergänzt.
Allerdings wird man sich bei WiNRADiO wohl mehr als den einen einzigen Kunden - den sagenumwobenen König Artus - für sein Produkt wünschen. Das Original-Schwert Excalibur blieb hartnäckig für alle weiteren Interessenten unerreichbar in einem Felsen verankert. Innovative Produktmerkmale und der Ruf einer Wunderwaffe sollten dem SDR-Empfänger Excalibur Pro  eine deutlich weitere Verbreitung sichern.

Nachwuchspflege

Äußerlich merkt man von diesen Tugenden noch nichts: auch der neue Receiver steckt im typischen kompakten WiNRADiO Metallgehäuse mit Plastik-Schonbezug. Doch sein Inhalt ist ein paar beschreibende Worte wert. Wie der ältere Bruder ist der G33 ein softwaredefinierter HF-Empfänger der dritten Generation [1]. Abgedeckt wird der Frequenzbereich von 9 kHz bis 50 MHz. Das gesamte Frequenzspektrum wird auf einen Rutsch von einem 100 MHz Analog-Digital-Converter (ADC) mit 16 Bit-Auflösung abgetastet. Unmittelbar danach wird die dabei anfallende enorme Datenmenge und die nutzbare Bandbreite im Prozess der sogenannten Direkten (digitalen) Abwärtsmischung (engl.: DDC Digital Down Converter) reduziert [2], [3]. Schaltungstechnisch realisiert wird das in einem rekonfigurierbaren FPGA-Chip (Field Programmable Gate Array). Die maximal nutzbare DDC-Bandbreite beträgt im Amateur-Bereich bisher nicht erreichte  4 MHz. Zur  abschließenden Filterung und Demodulation wird das DDC-Spektrum als komplex gemischtes I/Q-Signal über die USB-Schnittstelle in den PC übertragen. Um bei der Vielzahl und Dynamik der Eingangssignale den ADC vor einem Überladen zu bewahren und ein gutes Großsignalverhalten zu erreichen, wurde das analoge Frontend im Rahmen der Nachwuchspflege weiter aufgewertet. Wer genau hinhört, nimmt jetzt beim Bandwechsel ein leichtes Klicken wahr. Es stammt von den zahlreichen Miniaturrelais, die - automatisch oder manuell konfigurierbar - einen zum gewählten Empfangsbereich passenden Bandpass aus jeweils 14 verfügbaren Hoch- und Tiefpässen zusammenschalten. Am besten wird man unerwünschte Signale und Interferenzen aus anderen Bändern möglichst frühzeitig im Empfangsweg los. Der Klick auf den Abschwächer wird damit ein rares Ereignis. Bei sehr schwachen Signalen bietet ein Vorverstärker noch einen möglichen Empfindlichkeitsschub. Zuschaltbares Dithering expandiert den nutzbaren Dynamikumfang des Analog-Digital-Wandlers auf 107 dB (SFDR Spurious Free Dynamic Range)[4]. Die Sensivität ist für einen SDR-Empfänger ausgezeichnet und beträgt -121 dBm im SSB-Modus. Um hiervon zu profitieren, braucht es schon eine sehr ruhige Umgebung. Unbeeindruckt von der Umgebung und ihrer Temperatur ist die Frequenzstabilität des G33DDC. Im Gegensatz zu anderen SDR-Empfängern ist ein „Wandern“ der abgestimmten Empfangsfrequenz nicht zu beobachten. Aufgabe der PC-Software ist es, aus diesem Rohmaterial das Zauber-Schwert für den alltäglichen Frequenz-Kampf zu schmieden.

 

Schöne Aussichten

Hauptschlachtfeld ist heutzutage natürlich der Monitor. Nach Starten des Programms – in der Version 1.68 – zeigt das frei skalierbare Fenster gleich drei hierarchisch gegliederte Spektrogramme. Ohne Zweifel ein Indiz dafür, wie ausgeprägt das Signal-Sehen gegenüber dem bloßen Hören in der aktuellen SDR-Generation gewichtet wird. Ein hochauflösender Bildschirm steigert das Vergnügen nachdrücklich. Den unteren Teil nimmt ein Weitbandspektrum des gesamten abgetasteten Frequenzbereichs von 0 bis 30 MHz oder wahlweise bis 50 MHz mit einer Auflösung von 1,5 kHz ein. Mit dieser Aussicht verdient sich der G33DDC zweifellos das Marketing-Etikett „Panorama-Empfänger“. Wie sinnvoll sich das Weitbandspektrum nutzen lässt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Eine Anwendung ist die kontinuierliche Bandbeobachtung. Das Öffnen und Schließen der einzelnen Bänder in Korrelation zu den Ausbreitungsbedingungen lässt sich im HF-Spektrum verfolgen. Um ein unverfälschtes Abbild zu erhalten, ist der oben erwähnte, automatisch mitlaufende Preselector-Bandpass zu deaktivieren. Da alle drei Anzeigen in ihrer Größe beliebig veränderbar sind, lässt sich das HF-Spektrum bei nachlassendem Interesse auf ein Minimum schrumpfen und man kann sich ganz dem DDC-Spektrum links zuwenden. Das hat es in sich und stellt den heruntergemischten Ausschnitt aus dem Gesamtspektrum in einer Bandbreite von 20 kHz bis zu rekordverdächtigen maximalen 4 MHz dar. Das ist der kriegsentscheidende Schauplatz für den Signal-Nahkampf. Hier erweist sich der Excalibur als besonders vielseitiges Instrument, denn innerhalb des DDC-Spektrums lassen sich drei komplett unabhängige Empfangskanäle platzieren. Das Demodulator- bzw. Audio-Spektrum des ausgewählten Empfängers wird rechts oben – maximal 64 kHz weit - dargestellt. Die drei virtuellen Empfänger arbeiten – solange sie innerhalb eines DDC-Spektrums liegen – simultan und voneinander komplett unabhängig. Das gilt nicht nur für die Empfangsparameter wie Demodulator- und Filtereinstellungen, sondern auch für die Wahl des zugeordneten Ausgangskanals. Bei der Echtzeit-Senderjagd stehen somit gleich drei demodulierte Audiosignal-Ströme zur weiteren Analyse zur Verfügung.

 

Das Empfangslabor

Die vielfältigen Analysewerkzeuge beginnen bei den eigenen Ohren. Auf die kann man sich den Audio-Ausgang der drei Empfangskanäle legen lassen. Ein eingebauter Mixer sorgt dafür, dass das in einer individuell anpassbaren Verteilung möglich ist. Der direkte Hörvergleich ermöglicht die Optimierung der Empfangsparameter und Lesbarkeit eines oder mehrerer Signale. Die Analysefähigkeiten sind durch den Einsatz von weiteren Programmen erheblich steigerbar. Multi-Decoder untersuchen dabei die ganze ihnen zur Verfügung stehende Bandbreite nach spezifischen Signalen. In Zusammenarbeit mit dem Excalibur Pro ist ihre Funktion aber auf die Verarbeitung des demodulierten Audiosignals beschränkt. Über eine virtuelle oder echte zweite Soundkarte kann man das - getrennt einstellbar für jeden der drei virtuellen Empfänger - an die Decoder- und Analyseprogramme weiterreichen [5]. In der besten aller Welten würde WiNRADiO gar sein I-/Q-Datenformat offenlegen, wie es andere SDR-Gerätehersteller tun [6]. Zweit-Programme könnten auf die Rohdaten zugreifen und sich die enorme Bandbreite direkt nutzbar machen und wären nicht mehr vom demodulierten Signal abhängig. Die Einschränkungen lassen sich bei der enormen Weite des DDC-Spektrums leicht verschmerzen. Bei einer DDC-Bandbreite von bis zu 4 MHz ist die vollständige Darstellung eines oder mehrerer Bänder ohne Einschränkungen und zeitraubende Neujustierungen möglich. Mit einem Klick ist das Demodulator-Fenster bandübergreifend frisch an einem interessanten Punkt platziert. So konnte etwa das Programm CW Skimmer beim jüngsten WWDX-Contest eine Vielzahl von CW-Signalen simultan analysieren und die wesentlichen Informationen automatisch extrahieren [7]. Die analytischen Fähigkeiten des G33DC und die aktuellen Multidecoder ergänzen sich dabei hervorragend. Dabei bewährt sich der schnelle Wechsel zwischen den einzelnen Empfangskanälen mit den multiplen visuellen und akustischen Kontrollmöglichkeiten. Praktisch wäre eine Möglichkeit, die Einstellungen mit einem Klick zwischen den virtuellen Empfängern zu klonen. Praktisch ist aber der Knopf mit der Bezeichnung: „UDM“. Hier kann man seine Lieblingsdemodulator-Einstellungen – vielleicht die für den DRM-Empfang – hinterlegen und mit einer Geste aktivieren. Denn der DRM-Empfang ist über den Weg einer virtuellen Soundkarte auch über einen Open-Source Decoder in einem breitbandigen SSB-Modus möglich [8]. Der Informationsinhalt eines breitbandigen Funkwellenspektrums, wie es der G33DDC liefern kann, ist gewaltig. Trotz aller erweiterten Analysemöglichkeiten mit drei simultan oder parallel arbeitenden Demodulatoren ist die menschliche Aufnahmefähigkeit in Echtzeit beschränkt. Die Bandbreite weiter zu erhöhen macht also wenig Sinn, wenn nicht Aufzeichnungsmöglichkeiten existieren, die es erlauben, komplette Spektren zu speichern, beliebig zu wiederholen und mit unterschiedlichen Werkzeugen zu analysieren.

 

Das Rekorder-Radio

Die vorhandenen Speicherungs-Optionen des G33DDC sind für ein Gerät dieser Preiskategorie einmalig. Der Audioausgang aller drei Empfangskanäle kann unabhängig aber simultan aufgezeichnet werden. Das bedeutet immerhin schon eine Verdreifachung der rezeptiven Fähigkeiten. Praktisch unbegrenzt lassen diese sich durch die gegebene Möglichkeit der Aufnahme und Wiedergabe des gesamten DDC-Spektrums steigern. Auch hier stehen maximale bandübergreifende 4 MHz zur Verfügung. Das proprietäre „.rxw“ Format enthält alle Daten einschließlich Frequenz-, Datums- und Zeitstempeln, die es ermöglichen, die Original-Aufnahmebedingungen während der Wiedergabe vollständig wiederherzustellen. Unterschiedslos zur Echtzeit-Situation lassen sich sämtliche Empfangs- und Analyseinstrumente der drei Empfangskanäle einsetzen und zwar so oft man will. Natürlich lässt sich auch die demodulierte NF der virtuellen Empfänger als Empfangsnachweis wieder aufzeichnen. Durch wiederholten Einsatz von Multidecoder wie CW Skimmer oder MultiPSK [9] lassen sich so sämtliche Stationen abernten. Eine bandübergreifende Aufzeichnung von drei Minuten erlaubt in Ruhe ein detailliertes Studium der Ausbreitungsbedingungen anhand der Bakenaussendungen [10]. Man kann sich frei durch „Vor- und Zurückspulen“ in der Zeit- und Frequenzachse bewegen und visuell oder akustisch nach dem gewünschten Baken-Abdruck fahnden. Der Utilty-DXer darf mit wechselnden Werkzeugen und Parametern einer geheimnisvollen digitalen Aussendung detektivisch bis zu ihrer Entschlüsselung nachgehen. Der SWL braucht sich über eine verpasste Stations-Kennung nach verschlafenem Aufnahmestart nicht mehr zu ärgern. Dank Prebuffering reicht die Aufnahme einige Sekunden in die Vergangenheit zurück. Für den Fleißigen kann die Gleichung lauten: ein Mitschnitt gleich Dutzende SWL-Karten. Auf Wunsch erfolgt die Aufnahme automatisiert über einen Timer mit fast unbeschränkten Konfigurationsoptionen. Wer sich allerdings schon immer gefragt hat, mit was er seine Terabyte Festplatte füllen soll, weiß es jetzt: Eine Minute 4 MHz Aufzeichnung belegen 5 * 2 *16 Mbit/sec *60 /8 /2**30 = 1.117 GByte/min auf der Platte. Doch nicht nur beim Nachhören sondern auch beim Nachsehen tunen sich neue Dimensionen auf. Die HF- und DDC-Wasserfallspektrogramme lassen sich speichern. Nicht als simpler Screenshot sondern in ihrer vollständigen Frequenz- und Zeitauflösung. Es entstehen bis über 32000 Pixel breite (Riesen-) Bilder von ganz eigenem Reiz. Mit einem Bildbetrachtungsprogramm und unterschiedlichen Vergrößerungen lässt es sich prima über einem Sendungsmeer, auf der Suche nach einem bestimmten Signalmuster, schweben. Perfekt für das „visuelle DXing“. Wie in der Online-Welt stehen die Informationen zeitunabhängig immer abrufbereit und zur Verfügung. Willkommen in der Petabyte-Welt [11].

 

Schnittstellen und Bandbreiten

Der Begriff der Bandbreite ist in der aktuellen Generation der softwaredefinierten Empfänger in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung. Zunächst als Spezifikation der eingesetzten Filter.  Die Selektivität beschreibt, mit welcher Güte diese Filterbandbreite eingehalten wird. Im SDR-Empfänger sind die Filter der Demodulator-Stufe softwareseitig realisiert. Es handelt sich um rekursive Verfahren und die sogenannte Filterlänge bestimmt deren Güte. Im G33DDC ist die Filterlänge  wählbar, wobei die geringe Voreinstellung von 200 nicht ausreichend ist. Um die gewünschte Backstein-Form der Filterdurchlasskurve zu erreichen, ist eine Filterlänge von mindestens 5000 erforderlich. Das beansprucht mehr Rechenleistung bzw. Bandbreite des Prozessors.  Ein aktueller Mehrkern-Prozessor bleibt allerdings mit einer Auslastung von rund 20 -30 % dabei gelassen. Audio-Dropouts traten nicht auf. So bestimmt aktuell die Bandbreite der PC-Peripherie-Schnittstellen die Leistungsfähigkeit der softwaredefinierten Radios. So beträgt die maximale Bandbreite der USB 2.0 Verbindung zwischen Gerät und PC theoretisch 480 Mbit/s – praktisch oft 40 % weniger – und limitiert die DDC-Bandbreite und ihre Datentiefe. Das vom komplexen Direktmischer erzeugte I-/Q-Signal hat bis zu einer DDC-Bandbreite von 3,2 MHz eine Auflösung von 2 * 32 Bit. Darüber muss sie auf 16 Bit reduziert werden. So bleibt bei einer Abtastrate von 5 MHz für die maximale DDC-Breite der Datenstrom auf unkritische 160 Mbit/s beschränkt. Will man diesen Datenstrom auf der Festplatte konservieren, reicht ein fossiler paralleler ATA-Controller nicht aus; eine SATA-Schnittstelle ist erforderlich. Es lohnt sich durchaus, die verschiedenen Implikationen des Begriffs der Bandbreite in einem aktuellen SDR-System im Auge zu behalten.

 

Fazit: Wunderwaffe

Für den Preis eines G33DDc erhält man fast zwei seines Vorgängers G31DDC. Allerdings rechtfertigt der SDR-Empfänger dies mit bislang einmaligen Leistungsmerkmalen. Die rekordverdächtige verdoppelte Bandbreite von 4 MHz sowie die vielfältigen Aufnahme- und Analyse-Optionen setzen einen neuen Standard in dieser Geräteklasse. Eigentlich handelt es sich mehr um ein Empfangslabor als einen einfachen Empfänger. Mit der Möglichkeit, einen mehrere Bandbereiche umfassenden  Ausschnitt des HF-Spektrums aufzuzeichnen und unter Einhaltung der Originalbedingungen unbegrenzt wiedergeben und analysieren zu können, rückt der alte Traum einer Zeitmaschine mit dem neuen WiNRADiO zumindest für den Funkempfang ein gutes Stück näher [12]. Hinter diesen innovativen Software-Optionen steht die hochwertige Hardware mit ihren analogen Baugruppen keinesfalls zurück und bildet die Grundlage hervorragender Empfangsleistungen. Irgendwie beruhigend, dass auch in einem Hightech-Gerät der digitalen Signalverarbeitung das altbekannte Klicken eines Relais noch zu vernehmen ist und für die technisch gelungene Verbindung zwischen analoger und digitaler Welt steht. Zählte ich zur (ganz) jungen Generation und hätte das Gerät eine Facebook-Seite, würde ich bestimmt den „Gefällt-mir-Knopf“ drücken – ziemlich fest sogar. Selbst König Artus würde heute bestimmt den friedlichen Kommunikationsempfänger dem tödlichen Schwert vorziehen.

 

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