Kabelsalat: Montage an der Scheibe

Frequenzsuche

Display des Autoradios - für die Tonwiedergabe zuständig

Brauchbarer Empfang nur mit einer guten Antenne

So sieht die Halterung aus.

Digitalradio-Adapter mit UKW-Transmitter

Pure Highway - ein DAB-Plus-
Empfängermodul
rüstet das
Autoradio auf

Montage an der Scheibe - Ein- und Ausbau umständlich und zeitaufwendig

Pure ist neben den zahlreichen Empfängern für den Hauseinsatz auch mit einem Gerät für das Auto auf dem Markt vertreten. Dieses Autoradio stellen wir Ihnen heute vor. Dieses ist in erster Linie für den Einsatz in Autos gedacht, die keine Möglichkeit bieten, ein DAB-Empfangsgerät nachzurüsten.
Pure setzt bei dieser Lösung auf einen sehr einfachen Ansatz: Das Gerät wird wie ein Navigationsgerät im Auto an der Scheibe befestigt. Die Ankopplung an das autointerne Radio erfolgt über einen Mini-UKW-Sender, wird also „re-analogisiert“. Mehr dazu nun im Einzelnen.

 

Erste Schritte

Die Einrichtung und Bedienung funktioniert recht schnell und einfach. Die ersten Töne sind mit Hilfe der Kurzanleitung schnell zu Gehör zu bringen. Nach dem ersten Einschalten bietet das Gerät einen automatischen Suchlauf an. Bei diesem werden die empfangbaren DAB+-Programme aufgespürt und in einem zweiten Schritt das UKW-Band abgesucht, wobei der Empfänger die optimale Sendefrequenz auf UKW sucht. Diese Frequenz muss nun im nächsten Schritt am Autoradio eingestellt werden. Auf dem Display erscheint als RDS-Text „PURE DAB“.

Beginnt nun die Autofahrt, kann diese Konfiguration beibehalten werden, bis Interferenzen mit einem Radiosender im UKW-Band auftreten. Dann muss über eine Taste an der Geräteoberseite ein neuer UKW-Scan durchgeführt werden. Dabei wird wiederum eine neue freie Frequenz gesucht. Diese wird dann erneut angezeigt, damit das Autoradio folglich auch neu abgestimmt werden kann.

Bei Testfahrten meinerseits von Düsseldorf über Mönchengladbach nach Aachen war so in den meisten Fällen zwei bis drei Mal ein Frequenzwechsel nötig. Meistens dachte ich schon, als das Gerät die Frequenz vorgeschlagen hat: „Oh, da kommen wir dann und dann in Konflikt.“ Und so war es dann auch. Nur technisch nicht anders lösbar.

Der UKW-DXer vermag hier vielleicht bei der Routenplanung auch die Frequenzplanung direkt zu übernehmen und dabei die beste UKW-Frequenz zu finden. Dem durchschnittlichen Autofahrer ist dies allerdings nicht zuzutrauen. Wer jedoch die automatische UKW-Frequenzwahl nicht mag, der kann dies im Menü von „Auto“ auf „manuel“ abändern und so selbst zum Frequenzmanager werden. Der Einsatz dieses Gerätes ist in Deutschland, obwohl auf UKW gesendet wird, legal, da die Sendeleistung sehr gering ist und im Nano-Watt-Bereich liegt. So werden keine Fahrzeuge vor oder hinter einem gestört. Bei Versuchen war nach drei bis fünf Metern die Reichweite erschöpft.

Über einen AUX-IN-Anschluss kann auch ein MP3-Player angeschlossen und so in das Autoradio eingebunden werden. Jedoch hat man dann noch ein Gerät mehr und noch ein Kabel mehr, was am Amaturenbrett temporär befestigt werden will.

Digitalradioempfang

Beim DAB+-Empfang habe ich zuerst die mitgelieferte Klebeantenne getestet. Diese habe ich an der Frontscheibe an verschiedenen Positionen befestigt. Der Empfang des NRW-Mux (Frequenzbündel) auf dem Kanal 12D war damit bei jeder Testfahrt flächendeckend und aussetzerfrei möglich. Der Bundes-Mux auf Kanal 5C war mit dieser Antenne oftmals blubbernd oder streckenweise gar nicht zu empfangen. Hier lieferte die Magnetfußantenne, die als Zubehör für ca. 30 Euro zu bekommen ist, stabilere Empfänge.

Von den benachbarten Muxen aus Belgien oder Rheinland-Pfalz war während der Fahrt kein Empfang möglich. Je nach Position auf der Landkarte waren diese aber im Stand zu decodieren. Jedoch lieferte hier das Microspot-RA 318 bessere Ergebnisse. Dies ist aber verständlich, nutzt Pure für dieses Gerät noch ein Venice-5-Empfangsmodul im Gegensatz zum Microspot-RA 318, in dem ein Venice 7-Modul verbaut ist.

Ist ein Programm nicht zu empfangen, wechselt das Highway automatisch zum zuletzt empfangbaren Sender. Wechselt man dauerhaft das Empfangsgebiet, besteht auch die Möglichkeit „tote“ Einträge via Menüauswahl zu löschen, sodass danach die Programmauswahlliste wieder aktuell ist. Das Gerät verfügt über eine Anzeige des Mux-Anbieters, der Signalstärke, dem Radiotext und dem Programmanbieter.

Fazit

Die Idee hinter diesem Gerät hört sich gut an. Den Hinweis der Polizei im Hinterkopf, das Navi beim Parken aus dem sichtbaren Bereich des Autos zu räumen und sicher zu verpacken, war mir das Pure zu aufwending. Die Klebeantenne habe ich nicht verklebt, weil das Kabel sichtbar war, da es am Amaturenbrett lag. Die Magnetfußantenne auf dem Dach musste ebenfalls weggepackt werden.

Letztendlich musste auch das Empfangsgerät verstaut und damit auch das Stromkabel zum Zigarettenanzünder gelöst werden. Für kurze Autofahrten viel zu viel Aufwand. Bei Autofahrten, bei denen ich den Aufwand als gerechtfertigt ansehe, blieb das Problem, dass die UKW-Sendefrequenz zur Einbindung in das Autoradio öfters gewechselt werden musste. Diese längeren Autofahrten sind auch meistens jene über Autobahnen. Hier stieß man auch recht schnell durch die Magnetfußantenne an die Maximalgeschwindigkeit. Das macht während der Fahrt keinen Spaß.

Kann man mit diesem Punkt jedoch leben oder lässt das Radio auch während längerer Parkdauer angebracht, so liefert es einen ausreichenden Empfang für ein Autoradio. Das Radio ist für rund 100 Euro im Internet zu bekommen. Die Magnetfußantenne als Zubehör kostet ca. 30 Euro. Wer nicht die Möglichkeit hat sein vorhandenes Autoradio im DIN-Schacht durch ein anderes auszutauschen, muss heute zwangsläufig auf Grund mangelnder Alternative auf dieses Gerät zurückgreifen oder auf Digitalradioempfang im Auto verzichten.

Pure hat wohl mit dem Highway reichlich Praxiserfahrung gesammelt und aus der Kundenresonanz genügend Informationen erhalten (das Gerät ist bereits lange genug auf dem Markt), um schon ein Nachfolgemodell vorzustellen: das Pure Highway 300 Di. Bei diesem wird nur noch die Bedieneinheit an der Armatur befestigt und die restliche Technik wandert in den Kofferraum. Wir warten gespannt, ab wann das Gerät in Deutschland verfügbar ist. In U.K. wird das Gerät vorerst nur bei einer Zubehörkette ähnlich A.T.U. verkauft.

Marcel Goerke (Januar 2012)

 

Auf einen Blick

Pure Highway - DAB-Adapter mit UKW-Transmitter für Tonübertragung zum Autoradio
20 DAB+-Senderspeicherplätze
4 UKW-Senderspeicherplätze für sofortige Frequenzabstimmung
quickSCAN findet die nächste freie UKW-Frequenz
Anhalten und Zurückspulen des laufenden DAB-Radioprogramms

 

Als Zubehör ist ein Extra-Einbausatz für den Zweitwagen namens Extra Car Kit (ca. 30 Euro) erhältlich sowie die Magnetfußantenne Highway External Aerial (ca. 30 Euro).

Link zum Hersteller

 Homepage