Das Autoradio, eingebaut in einem Smart.

 

 

Der Karton, wie er ins Haus kommt.

 

Die Klebeantenne unterm Sonnendach".

 

 

Werbung

Ein preisgünstiges Autoradio auf dem neuesten Stand der Technik

Dual DAB Car 1 im Praxistest

Von der DGC GmbH, welche heute die Namensrechte an Dual, dem ehemaligen Hersteller von Schallplattenspielern und Tonbandgeräten aus dem Schwarzwald besitzt und unter diesem Namen Geräte aus dem Audiobereich nach Europa einführt und vertreibt, haben wir zuletzt schon ein kompaktes Kofferradio vorgestellt. Dieses Mal soll ein Autoradio aus diesem Hause folgen, da in diesem Einsatzgebiet der größte Nutzen von Digitalradio, also dem heutigen DAB+, liegt.

Nach dem Auspacken hält man zwei verschiedene Antennen, einen Antennensplitter (zu beidem später mehr), das eigentliche Radio, einen Schacht zur Befestigung im Auto, eine Schutzdose für das abnehmbare Bedienteil, eine Anleitung und die benötigten Kleinteile in der Hand. Der Preis des Gerätes beträgt rund 120 Euro. Wer nicht im Internet bestellen möchte, kann auch u.a. auf den Technikshop des ERF aus Wetzlar zurückgreifen.

Der Einbau 
Das Radio wurde für diesen Test in einen Smart eingebaut. Ein kleiner Wagen, aber von den Einbauvorgaben herrschen durch den DIN-Schacht in jedem Auto gleiche Verhältnisse. Das alte Radio war mit Hilfe der Stifte schnell herausgezogen, und an der Rückseite wurden die Stecker abgezogen. Nun musste im DIN-Schacht noch der neue Metallhalter von Dual eingesetzt und befestigt werden, und schon konnte der Einbau des neuen Radios beginnen.

Für den Einbau des Dual DAB Car 1 sollte man darauf achten, dass im Auto ISO-Anschlüsse vorhanden sind. Bei den Stromkabeln war dies in meinem Fall gegeben. Für den Antennenanschluss, welcher im Auto mit einem DIN-Stecker vorlag, musste noch ein DIN-ISO-Adapter gekauft werden. Diese sind für wenige Euro im Elektrofach- und Autozubehörmarkt zu bekommen. Bei den Stromkabeln war schnell alles erledigt. Beim Anschluss der Antenne muss man an die örtlichen Gegebenheiten angepasst mehrere Varianten durchspielen.  

Zwei Antennen 
Auf den ersten Blick ist wohl die einfachste Methode, den beiliegenden Splitter einzusetzen und so das Signal der Autoantenne auf den DAB- und UKW-Eingang zu leiten. Davon kann ich allerdings nur abraten, denn einerseits ist der Splitter nicht besonders gut verarbeitet, andererseits sind die Empfangsergebnisse im DAB-Bereich sehr dürftig, was aber nicht verwundert, denn UKW ist nun mal ein ganz anderer Frequenzbereich als das Band III, welches für Digitalradio genutzt wird. So habe ich die bisherige UKW-Antenne an den entsprechenden Eingang des Dual DAB Car 1 angeschlossen und dafür noch den o.a. DIN- ISO-Adapter benötigt.

Wie schon erwähnt, findet man zwei Antennen im Lieferumfang des Geräts: eine Scheibenantenne und eine Magnetfuß-Stabantenne. Beide Antennen können direkt am DAB-Antenneneingang angeschraubt werden. Am Eingang für DAB habe ich sodann die beiden mitgelieferten Antennen ausprobiert. Hier ist es nur empfehlenswert, für die Tests die jeweilige Antenne anzuschließen und etwas in der Gegend herumzufahren. Bei den zusätzlichen Antennen gilt darüber hinaus, dass die genaue Antennenposition im Auto durchgetestet werden sollte. Für den Smart hat sich als beste Konfiguration bei den Empfangsergebnissen nach kurzer Zeit die ans Glasdach geklebte Scheibenantenne erwiesen. Das Kabel musste dann nur noch unauffällig hinter der Verkleidung versteckt und über den Fußraum zum DIN-Schacht geführt werden. Dieser Aufwand variiert natürlich enorm von Hersteller zu Hersteller. Im Smart war dies jedenfalls sehr schnell und einfach zu realisieren.

Empfangsleistungen bei DAB und UKW 
Für den Bereich Autoradio fehlt mir ein wenig eine Referenzgröße. Bei UKW kann ich durch Erfahrungen mit anderen Autoradios sagen, dass sich die Empfangseigenschaften nicht verstecken müssen und gut sind. Da mir aber für DAB ein Vergleichsgerät fehlte, habe ich hier zu dem Microspot RA 318 gegriffen. Dieser liefert am Einsatzort des Autos lokal mit ausgezogener Teleskopantenne am Fenster ohne Probleme Kanal 5A (Bundes-Mux), Kanal 12A (VRT- Mux), Kanal 12B (RTBF-Mux), Kanal 12D (NRW-Mux) und mit drei Balken und nur einem genauen Ausrichten der Teleskopantenne Kanal 12C aus den Niederlanden. Dabei waren je nach Ausrichtung der Teleskopantenne immer nur die deutschen Frequenzen zu empfangen.

Das Autoradio liefert unter ähnlichen Bedingungen dieselben Frequenzen (Kanal 12D und Kanal 5A), jedoch beim Austesten der Antennen niemals die ausländischen Kanäle. Ob von den restlichen Kanälen ein Empfang möglich ist, der jedoch zur Decodierung des Signals nicht ausreicht, kann ich nicht sagen, da mit dem Autoradio kein manuelles Scannen im DAB-Modus möglich ist.

Diese Einschätzung erfolgt mit dem Wissen, dass mit einer anderen Außenantenne oder keiner speziellen Antenne die Ergebnisse enorm variieren können. Mit dem mitgelieferten Equipment ist es aber möglich, einen guten Empfang zu realisieren, auch wenn dieser nicht auf DX-Niveau liegt.

Bei UKW ist eine manuelle Suche vorhanden. Hier wird dies wohl auch eher gebraucht  als im DAB-Betrieb. Hat man alle gewünschten Stationen gesucht, so stehen dreimal sechs Speicher für UKW zur Verfügung. Diese sind meistens auch schnell gefüllt. Im DAB-Betrieb steht leider wie schon erwähnt nur ein automatischer Suchlauf zur Verfügung. Dies sollte aber im normalen Betrieb nicht weiter stören, auch wenn man so nicht an exponierten Lagen auf DXpedition gehen kann.

Zu den Speichertasten bei DAB sei noch erwähnt: Speichert man Programme auf den sechs Stationstasten und macht in derselben Speicherebene (wie bei UKW drei Stück) erneut einen Suchlauf, werden die Stationstasten automatisch belegt. So sollte man sich für einen Suchlauf eine Ebene freihalten, so dass die eigenen abgespeicherten Favoriten nicht überschrieben werden!  

Mittelwelle und RDS-Zusatzfunktionen 
Die automatische Umschaltung von DAB zu UKW funktioniert ebenfalls recht gut. Ist jedoch das UKW-Signal auch zu schwach oder nicht vorhanden, sucht das Radio nach einer anderen Quelle: Es sucht auch die Mittelwelle ab.

Gefallen haben mir auch die einzelnen RDS-Zusatzfunktionen, die im Display übersichtlich angeordnet sind: TP (TP = Traffic-Program: So werden nur Verkehrsfunkprogramme gefunden, wenn man den Sendersuchlauf betätigt), TA (TA = Traffic-Announcement: So werden nur Verkehrsfunkdurchsagen durchgeschaltet, ansonsten ist das Radio stumm), EON (EON = Enhanced Other Networks: Verkehrsfunk kann auch empfangen werden, wenn der eingestellte Sender keinen Verkehrsfunk verbreitet, aber via RDS-EON mitteilt, welcher andere dies tut) und AF (AF = Alternativfrequenzen: Bei RDS-Autoradios sucht sich der Dual DAB Car 1 einen anderen Sender mit demselben PI- Code).

Die fehlende manuelle Suche im DAB-Modus sehe ich als größtes Manko, wenn das Autoradio zu DX-Zwecken angeschafft werden soll. Für den normalen Betrieb stellt dies jedoch keine Einschränkung dar.

Spielereien, oder nennt man es „Ausstattung“? 
Das Autoradio kann neben den normalen Audio-CDs auch MP3-CDs abspielen sowie über den USB-Anschluss MP3s von USB-Sticks wiedergeben. Natürlich ist es auch möglich, Musik von einer SD-Karte zu hören. Der dazu benötigte SD-Kartenslot ist ebenfalls am Gerät vorhanden. Es sei hier jedoch daraufhin gewiesen, dass nicht jeder USB-Stick oder jede SD-Karte funktioniert. Die SD-Karte sollte auf jeden Fall in FAT32 formatiert werden.

Da das Radio den Dateinamen nicht im Display anzeigt, sollten die MP3-Tags mit Titel und Interpreten ausgefüllt werden, so dass diese Informationen dann am Gerät ersichtlich sind. Gut hat mir die Taste „Display“, mit der man sich neben der Uhrzeit und dem DLS (Dynamic Label Segment) auch den Namen des Ensembles und die Signalstärke anzeigen lassen kann, gefallen. Leider fehlt hier was für den DXer von größerem Interesse ist die Anzeige der Audiobitrate.

Zusammenfassung 
Der Blick auf den Markt zeigt, dass das Angebot an DAB+-fähigen Autoradios überschaubar ist. Laut meinen Recherchen ist das DAB Car 1 von Dual das günstigste Autoradio zur Nachrüstung. 120 Euro ist dieser Empfänger auf jeden Fall wert. Die Minuspunkte wie fehlende Audiobitrate und manuelle Suche bei DAB sind aber verkraftbar, wenn Geräte mit dieser Ausstattung von der Empfangsleistung nicht besser sind, aber rund 100 Euro mehr kosten. Vor dem Kauf sollte der Interessent aber in jedem Fall prüfen, ob das Auto die Möglichkeit bietet, ein Radio in einem DIN-Schacht einzusetzen. Leider fehlt dies bei vielen neueren Modellen, die stattdessen ein fest eingebautes Radiogerät in Kombination mit einem Bordcomputer bieten. Marcel Goerke

Auf einen Blick

DAB+/UKW PLL-Radio mit Senderspeichern (UKW 3x6 und DAB 3x6 Speicher)
RDS-Funktion
SD-Card-Slot
USB-Anschluss
Slot-In CD-Spieler
Abnehmbares Flip-Down Bedienteil
Abspielbare Formate: CD, CD-R/RW und MP3
LCD-Display (schwarz mit weißer Schrift)
Blaue Tastenbeleuchtung
Equalizer Presets & Loudness
Volume-/Bass-/Höhen-/Balance-/Fader-Control
Front Aux-Eingang
ISO-Anschluss
4 x 15 Watt Sinusleistung
DAB-Magnetfußantenne, DAB-Scheibenantenne, Antennensplitter

 Homepage