Klein, gut bedienbar, empfangsstark: Albrechts Porti DR 62

 

Sieben Druckschalter und ein Drehrad müssen für die Bedienung reichen.

Fernöstliche Schriftzeichen mischen sich in die Titelanzeige.

 

 

 

 

Im Praxistest: Portabel-Radio Albrecht DR 62

Preiswert, praktisch, gut

Mit dem preiswerten und einfach zu bedienenden Portabel DR 62 zielt die Firma Albrecht auf Einsteiger in den Digitalradio-Empfang ebenso wie auf jene, die ein kleines, portables Zweitgerät suchen. Bei einem Preis von 39,90 € inkl. MwSt. und Versandkosten (ab 5,95 Euro) gehört dieses nur rund 16 cm breite und 8,8 cm hohe Gerät zu den Winzlingen in dieser Kategorie.

In Sachen Empfangsqualität dagegen erwies sich das DR 62 als Großer. Beim Praxistest stellte sich schnell heraus, dass die besten Empfangsleistungen nur im Akkubetrieb zu erzielen waren. Ist das Netzteil angeschlossen, lässt die Empfangsqualität genau so stark nach wie die Zahl verrauschter Sender ansteigt. Bei früheren Gerätetests habe ich immer wieder festgestellt, dass bei Hybridradios mit DAB+ und UKW-Empfang (FM) letzter Bereich stiefmütterlich behandelt worden ist. Beim DR 62 dagegen werden sowohl beim Digitalradioempfang als auch im UKW-Bereich hervorragende Werte erzielt. Selbst WDR 4 habe ich hier, zwischen Hannover und Celle, in guter Qualität empfangen können, was sonst nur der Klassiker Sangean ATS 909 schaffte.

Auspacken und los 
Nach dem ersten Einschalten scannt das Gerät zunächst ein paar Minuten lang den gesamten DAB-Frequenzbereich ab und meldet sich dann mit dem ersten gefundenen Sender im Alphabet: Absolut Relax. Mit den Pfeiltasten blättert man durch die Senderliste vor- und zurück. Mit der Infotaste lassen sich je aktiver Station bis zu neun (DAB) bzw. sieben (UKW) Informationen abrufen.

Im UKW-Bereich ist die Bedienung nahezu identisch. Mehr als ein Dutzend Stationen kann ich in guter Qualität empfangen, weitere mit nur leichtem Rauschen, das bisweilen nach einigen Sekunden gar ganz verschwindet. Bei Sendern mit RDS wird zunächst die Frequenz und drei Sekunden später der Stationsname angezeigt. Per Infotaste kann man sich dann z.B. den Titel eines gerade gehörten Songs anzeigen lassen. Oder die Empfangsfeldstärke. Seltsamerweise tauchen bisweilen in den Zeilen der Musiktitel und Interpreten für uns kryptische, wohl fernöstliche Schriftzeichen auf. Was sich sicher durch ein Softwareupdate abstellen lässt.

Sender abspeichern 
In jedem Modus lassen sich zehn Stationen abspeichern. Das geht ganz leicht: FAV-Taste drücken, per Pfeiltaste den Speicherplatz wählen und so lange OK drücken, bis der Vorgang abgeschlossen und die Frequenz gespeichert ist (Anzeige: saved). Der Klang aus dem kleinen Lautsprecher kann sich nicht nur bei Sprache, sondern auch bei Musik hören lassen.

Sonstiges 
Der Lithium-Ionen-Akku soll laut in ziemlich kleiner Schrift gedrucktem, gut nachvollziehbaren Handbüchlein mit einer Volladung rund sechs Stunden halten, was dem Empfangsvergnügen (siehe oben) sehr entgegen kommt. Der Ladezustand lässt sich über die Infotaste anzeigen. Ist der Akku aufgeladen, leuchtet die Ladeanzeige grün. Im Betrieb ist sie immer rot, selbst bei voll aufgeladenem Akku.

Die Displaybeleuchtung schaltet sich nach rund zehn Sekunden ohne Bedienung aus, was sich auch nicht ändern lässt und bisweilen einfach zu kurz ist. Eine Kopfhörerbuchse ist neben der Buchse fürs Steckernetzteil die einzige Anschlussmöglichkeit.

Fazit: Das rund 350 Gramm leichte Gerät überzeugt durch guten Empfang im Modus DAB+ wie im UKW-Betrieb bei einem sehr günstigen Preis und kann guten Gewissens empfohlen werden. Dieter Hurcks, Oktober 2018

 

Auf einen Blick
Getestet: Albrecht Digitalradio DR 62 für DAB+ und UKW
Stromzufuhr: Betrieb mit fest eingebautem 1200-mAh-Akku oder über Micro-USB-Adapter, z.B. Anschluss an einen PC
Maße/Gewicht: 163 x 44 x 88 mm (BxHxT), 350 g
Kopfhörerausgang: 3,5 mm Klinkenstecker
Einschlaftimer (15 bis 90 Minuten)
RDS und Radiotext
Preis: rund 40 Euro

Infos: www.alan-electronics.de/

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