Foto: TechniSat

Größenvergleich: oben die IR-, unten die CD-Version

Rückseite des DigitRadio 350 IR: Die Basshörner sind kleiner, dafür gibt es einen LAN-Anschluss.

Die Fernbedienung hat leider keine Zahlentasten.
Ansonsten: übersichtlich und gut zu bedienen.

Hier kann man wählen, ob man per Kabel oder WLAN ins
Internet möchte.

Karton und Bedienungsanleitung des DigitRadio 350 IR.

 

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Testbericht DigitRadio 350 IR

TechniSat-Gerät für Empfang von DAB+ und Internetstationen über LAN und WLAN

Bei der Firma TechniSat wird das Wort INNOVATION groß geschrieben. Anfang 2015 kamen wieder mehrere neue Geräte auf den Markt, die bereits auf der Funkausstellung 2014 in Berlin angekündigt worden sind. Nach dem DigitRadio 350 CD (Testbericht hier) landete nun auch die Variante für den Empfang von Internetradio, das DigitRadio 350 IR, auf unserem Schreibtisch. Damit kann der Zugang über LAN ebenso wie über WLAN hergestellt werden.

Kleiner als die CD-Variante  
Das DigitRadio 350 IR ist ein wenig kleiner als das Modell mit CD/MP3-Player, das wir zuvor getestet hatten. Es unterscheidet sich auch noch in einigen anderen Details vom großen Bruder. Gleich mau ist jedoch der UKW-Empfang. Da aber auch hier der Empfang von DAB+ sehr gut funktioniert, dürfte das für die meisten Hörer nicht tragisch sein. Beim Digitalradio bekomment man immerhin in unserem Empfangsgebiet 21 Stationen rauschfrei zu hören, während auf UKW bei nicht ganz optimaler Empfangssituation immer ein leichtes oder gar starkes Rauschen zu hören ist. Beim DAB-Suchlauf wurden übrigens 29 gefundene Stationen angezeigt, in der Liste erschienen allerdings nur 21 (wohl die brauchbaren ?).

Ansonsten: Der Empfang von DAB+ sowie die Bedienung in diesem Bereich laufen nahezu identisch wie beim DigitRadio 350 CD ab und werden deshalb hier nicht weiter beschrieben.

Rein ins WLAN 
Um Internetradio hören zu können, muss das DigitRadio zunächst mit dem Router verbunden werden. Weiß man, wie's geht, ist das ganz einfach, weiß man es nicht, kann einen Netzwerk-Neuling die Bedienungsanleitung schon ins Grübeln bringen oder gar zur Verzweiflung treiben angesichts des Wusts von Fachausdrücken und Abkürzungen. Erklärt habe ich diesen Vorgang übrigens mal vor einigen Jahren am Beispiel eines Devolo-Routers. Nach Lektüre meines eigenen Artikels habe ich den WLAN-Zugang dann problemlos geschafft.

PIN-Eingabe hier

Bei der FritzBox! muss man auf "WPS überspringen" klicken und in das dann erscheinende Feld die PIN-Nummer des Routers eingeben. Das ist ein wenig mühsam, da jedes Zeichen aus den diversen Zeichenvorräten gefischt werden muss. Aber das ist ja in der Regel nur einmal zu erledigen. Besteht das Kennwort nur aus Zahlen, geht es ziemlich flott.

Übrigens löscht man ein falsch eingegebenes Zeichen auf folgende ungewöhnliche Weise: Man gelangt mit der INFO-Taste in den Bereich, in dem sich die Buttons für OK, CANCEL und BKSP befinden, und kann erst dann die entsprechende Funktion auslösen.

Ist das WLAN eingerichtet, kann es auch über eine von TechniSat bereit gestellte APP namens "Remote App" per Smartphone eingeschaltet werden, was ich jedoch mangels Smartphone nicht testen konnte.

Den Empfang von Internetradio kann man übrigens über die zehn Speicher hinaus noch komfortabler gestalten, indem man sich bei wifiradio-frontier.com anmeldet und dort Lieblingssender hinzufügt. Diese lassen sich dann am DigitRadio über Meine Favoriten abrufen. Ansonsten erfolgt die Bedienung des Internetradios wie gewohnt und schon häufig beschrieben.

Per LAN-Kabel ins Netz
Auf der Rückseite befindet sich auch eine LAN-Buchse. Allerdings habe ich in der 53-seitigen Anleitung keine Erläuterung dazu gefunden, ob man auch per Kabel ins Netz gelangen kann. Ein Versuch mit Kabelverbindung brachte zunächst keinen Erfolg, bis ich in der Liste der gefundenen Router den Eintrag KABEL entdeckte. Nach dessen Aktivierung per Drücken des Scrollrades wurde die Internetverbindung tatsächlich hergestellt.

Der USB-Anschluss dient lediglich dem Abspielen von Musik über einen USB-Stick, nicht dem Anschließen eines PCs.

Fernbedienung 
Anders als die Fernbedienung des DigitRadio 350 CD hat jene des Internetradios keine zehn Zifferntasten. So lassen sich die abgespeicherten Stationen - zehn für UKW und zehn für DAB+ sind möglich - nicht "blind" aufrufen. Man muss immer erst zum Radio gehen, aufs Display schauen und den gewünschten Sender aus der Senderliste suchen. Da wird die Fernbedienung dann zur Nahbedienung. Genies schaffen das natürlich auch ohne hinzuschauen.

Gespeichert wird mit der PRESET-Taste. Drückt man diese etwas länder, erscheint die Senderliste. Mit den Pfeiltasten steuert man einen freien Speicherplatz an und drückt anschließend die SELECT-Taste. Fertig! Das Aufrufen einer Station erfolgt auf die gleiche Weise. Ganz einfach, aber eben nur bei Sichtkontakt zum Display. Hat man die Liste im Kopf, geht es auch ohne Hinzuschauen, da der Cursor nach dem Drücken der PRESET-Taste immer auf Platz 1 der Senderliste steht.

Sonstiges
Die Senderliste kann übrigens auf drei Arten sortiert werden: alphanumerisch, nach Anbieter und nach dem Kriterium "Gültig". Ein Update ist über das Internet möglich. Der UKW-Suchlauf lässt sich in der Empfindlichkeit regulieren. Beide Stufen bringen keine zufriedenstellenden Ergebnisse (entweder gar kein Sender gefunden oder alle Rauschstellen). Am besten geht es Schritt für Schritt durch Kurbeln am Abstimmrad, wobei man jedoch Geduld braucht, da während des Drehens am "Scrollrad" der Ton ausgeschaltet ist. Man muss also nach jeder Raste warten, ob etwas zu hören ist. Besser: Man ermittelt die Frequenzen der am Ort empfangbaren Sender und steuert diese dann direkt an. Ab und an hakelte das Abstimmrad.

Der Klang des IR-Radios ist nicht so voll wie der des größeren Bruders. Das liegt vermutlich an den kleineren Basshörnern und dem nicht so großen Resonanzkörper. Über den Equalizer lässt sich hier durch Experimentieren ein brauchbarer Kompromiss erzielen.

Durch die Einstellung der Datenkompression auf HOCH, TIEF oder AUS lässt sich der Klang ebenfalls beeinflussen. Dabei werden Dynamikschwankunken und damit einhergehende Lautstärkevariationen ausgeglichen. So steht's jedenfalls im Handbuch. Man muss jedoch ziemlich spitze Ohren haben, um das herauszuhören ...

Beim Empfang von Internetradio über WLAN gab es anfangs häufig kurze Aussetzer. Manchmal war der Puffer gar ganz leer (das lässt sich an der Pufferanzeige erkennen). Dann muss die Station komplett neu geladen werden, was natürlich dauert ... Nach längerem Betrieb, wenn das Gerät Betriebstemperatur hatte, gab es keine Aussetzer mehr. Dieses Phänomen habe ich übrigens auch schon bei anderen Internetradios erlebt. Mag sein, dass die WLAN-Antenne nicht so wirkungsvoll arbeitet wie die des am gleichen Ort stehenden Noxon-Radios, das keinerlei Aussetzer zeigte.

Das DigitRadio 350 IR ermöglicht auch das Streamen von Musik von einem im Netzwerk freigegebenen UpnP-Server. Die Songs können sich also z.B. auf der PC-Festplatte befinden. Dazu muss dort der Windows Media Player 11 installiert sein, bei Apple eine entsprechende Software. Weitere Infos unter www.upnp.org 

Die Wiedergabe von externen Tonquellen sowie die Bedienung des Weckers erfolgt wie beim DigitRadio 350 CD.

Ab Windows 7 ist es sogar möglich, mit dem Windows Media Player Musik auf mobile Endgeräte zu streamen und sie dort abzuspielen.

Nach dem Einschalten ist das Display sehr dunkel, so dass man es aus einem Meter schon nicht mehr ablesen kann. Ein Dimmen ist anscheinend nicht möglich. In der Anleitung habe ich dazu nichts gefunden. Vielleicht bringt es ein künftiges Software-Update.

Beim Anklicken des Menüpunkts SOFTWARE AKTUALISIEREN im Hauptmenü hängte sich das System auf. Die Anzeige "Waiting for PC wizzard" ließ sich nur durch ziehen des Netzsteckers wieder zum Verschwinden bringen. Grund: Dieser Menüpunkt soll nur vom Service-Personal verwendet werden. Dieter Hurcks, 27.2.2015

Auf einen Blick 

Getestet: DigitRadio 350 IR von TechniSat
Ausgangsleistung: 2 x 5 Watt Stereo
Stromversorgung: 230 V, integriertes Netzteil
Stromverbrauch: Standby 0,7 W, IR-Betrieb mittlere Lautstärke 3,1 W, DAB + 3,3 W
Gewicht: ca. 1,8 kg (gewogen)
Maße:
B x T x H 297 mm x 175 (inkl. Scrollrad und Antennenhalterung) x 123 mm (gemessen)

Preis (EVP): 199,99 Euro 
Info: Technische Daten

Zum Weiterlesen

So kommen Sie schnell ins WLAN

Handhabung von Internetradio: Bericht in Ausgabe 49 von funkempfang.de
PDF-Download: www.hurcks.de/fe-ausgaben/2011-FE49.PDF

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