Übersichtlich angeordnete Bedienelemente  Foto: TechniSat

Zwei Basshörner auf der Rückseite und die Antenne - mehr nicht

Lieferumfang

Umweltfreundliche Verpackung

Funktionelle Fernbedienung

Auch selbstgebrannte CDs liefen im Test einwandfrei.

Die SD-Card ließ sich über den Adapter störungsfrei wiedergeben.

 

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DigitRadio 350 CD von TechniSat

Überzeugendes Radio für DAB+, UKW und CD/MP3

Endlich fündig geworden: Mitte Januar 2015 brachte die in der Eifel ansässige Firma TechniSat einen Digitalradioempfänger mit integriertem CD-Player auf den Markt, wie ich ihn schon länger gesucht habe. Das gewichtige Gerät bringt fast drei Kilo auf die Waage und macht auf Anhieb einen hochwertigen Eindruck. Nun ist es möglich, Rundfunk über UKW, DAB und DAB+ sowie Audio-Scheiben im CD- und MP3-Format sowie Musik vom USB-Stick auf einem kompakten Gerät mit integrierten, hochwertigen Lautsprechern abzuspielen, für das sich selbst in der Küche ein Plätzchen finden lässt.

Einschalten und los: Satter Digitalradio-Sound 
Nach dem Einstecken des Netzsteckers (das Netzteil ist im Gehäuse untergebracht) bezieht das DigitRadio 350 CD zunächst die Uhrzeit und scannt das Digitalradioangebot. Vor der Inbetriebnahme ziehe ich noch die mit 76 cm ausreichend lange Teleskopantenne aus. Auf dem angenehm beleuchteten Display ist die Uhrzeit mit laufender Sekundenanzeige zu sehen. Das Radio steht dort, wo alle Testgeräte bisherigen gestanden haben, um einen Vergleich zu ermöglichen. Nun wird’s spannend: Einschalten! Sofort erklingt Absolute Relax in hervorragender Klanggüte aus den beiden 5-Watt-Lautsprechern. Die beiden Basshörner steuern die tiefen Töne bei. Mit Halten der Taste 2 auf der Fernbedienung speichere ich den Sender ab. Mit MODE am Gerät schaltet man die Betriebsarten schrittweise weiter, während auf der Fernbedienung jeweils eine separate Taste dafür zur Verfügung steht. Mit der FB kann man durch Drücken der Display-Taste diverse zusätzliche Informationen zu Sender und Betriebsparametern aufrufen (Ensemble, Signalstärke, Zeit, Datum, DLS (Dynamic Label Plus), Programmtyp, Audiobitrate, Frequenz). 

Bisher brauchte ich noch nicht in die 44-seitige Bedienungsanleitung zu schauen. Mit der Taste SCAN starte ich, diesmal mit ausgezogenen Antenne, den Suchlauf erneut. Aber mehr als 21 DAB-Stationen werden es nicht: das komplette Angebot im hier empfangbaren Senderstrauß (Ensemble/Bouquet) - alle Digitalradio-Sender auch an diesem nicht optimalen Empfangsort in ausgezeichneter Qualität. 
Nach erneutem Einschalten wird der zuletzt benutzte Modus wieder aufgerufen.

UKW-Empfang mau
Im FM-Bereich stoppt der Suchlauf auch bei Sendern mit Rauschen sowie reinen Störstellen, so dass es sich empfiehlt, die Frequenzen der Lieblingssender direkt anzusteuern und abzuspeichern. Schließlich stehen immerhin jeweils 30 Speicherplätze für DAB und UKW zur Verfügung. Wie erwartet, ist der UKW-Empfang hier, gleich neben PC und Router, mäßig. Zur Sendersuche nutzt man die Taste SCAN in der Rubrik RADIO DATA ganz unten auf der Fernbedienung. Eine direkte Frequenzeingabe ist nicht möglich. Per DISPLAY-Taste lassen sich weitere Informationen aufrufen.  

Das Umschalten von DAB auf UKW dauert fast sieben Sekunden. Umgekehrt, was direkt nur mit der Fernbedienung geht, sogar acht Sekunden. Aber wozu braucht man noch UKW, wenn man einen so guten DAB-Empfang hat?

CD-Player auch für MP3
Mit der MODE-Taste am Gerät oder der CD-Taste an der Fernbedienung lässt sich der CD-Player aktivieren. Nach Drücken der Auswurftaste gleitet der CD-Halter leise heraus. Ich lege eine uralte, selbst gebrannte Silberscheibe mit MP3-Dateien ein, woraufhin der Inhalt eingelesen wird: 202 Titel bzw. Dateien werden auf dem Display gemeldet. Laut Anleitung müssen selbst gebrannte CDs „finalisiert“ sein, also abgeschlossen. 32 Titel einer CD bzw. 64 Titel einer MP3-CD oder eines USB-Sticks lassen sich in einer programmierbaren Reihenfolge abspielen. Einzelne Titel oder eine ganze CD können auf Knopfdruck wiederholt werden. Per Zufallsgenerator - Taste RANDOM - erfolgt das Abspiel in jedesmal anderer Reihenfolge, so dass keine Langeweile aufkommen dürfte.

Bei MP3s kann es aufgrund der Normenvielfalt oder durch Brennfehler aber schon mal zu Störungen wie Pixelfehlern kommen, die sich in einem unangenehmen Fiepen oder gar dem Abbruch des Abspielens äußern. Das gilt auch für USB-Speichermedien.
Die Beschriftung der Tasten ist bei nicht optimalem Licht schwer zu erkennen - sowohl am Gerät als auch auf der Fernbedienung. Bei der Gerätevariante mit weißem Gehäuse ist die Front mit den Bedienelementen ebenfalls schwarz.

Fernbedienung 
Die wie heutzutage üblich in Englisch beschriftete Fernbedienung erschließt sich für geübte Radiohörer fast von selbst. So kann ich, wie gesehen, nach Drücken von RANDOM das Zufallsabspiel in Gang setzen. Das Display übersetzt dankenswerterweise „Random“ umgehend in „Zufall“. Denn nicht jeder, der gerne Radio oder CD hört, ist dieser Sprache mächtig.
Wenige Tasten wie FOLDER oder INTRO sowie RADIO DATA werden gleich am Beginn der Anleitung erklärt. Mit FOLDER wählt man auf CD oder USB-Stick möglicherweise vorhandene Ordner aus. INTRO spielt auf diesen Datenträgern vorhandene Titel für zehn Sekunden an, und RADIO DATA? Die Taste daneben ist mit SCAN beschriftet und löst auf UKW den Suchlauf aus. Und mit der zweiten Taste dieser Zeile, DISPLAY heißt sie, kann man laut Anleitung im UKW-Betrieb Informationen einblenden (Name, PTY, RT, Frequenz), sofern solche ausgestrahlt werden.  
Im CD-Betrieb lassen sich laut Manual Titelinformationen sowie ID3-Tags über die DISPLAY-Taste zwei Zeilen höher ein- und ausschalten. Beim CD-Betrieb ist mir das nicht gelungen (hier werden lediglich Titelnummer und Spielzeit angezeigt). Bei einer MP3-CD werden Titel, Album und Künstler in Form einer (recht langsamen) Laufschrift angezeigt, sofern ein ID3-Tag vorliegt.

Besonderheiten 
Das Gerät verfügt über eine Einschlaffunktion und lässt sich als Wecker einsetzen. Da ist es ein Segen, dass sich das Display dimmen lässt. Weckzeit und gespeicherte Radiosender werden bei Stromausfall gespeichert. Im Handbuch wird allerdings darauf hingewiesen, dass nach einem Stromausfall möglicherweise nicht die korrekte Uhrzeit angezeigt wird.  
Auch lässt sich der Ton externer Zuspieler über das DigitRadio 350 CD wiedergeben. Der USB-Anschluss besitzt zudem eine Ladefunktion.

Beim optimalen Ausrichten der Antenne hilft eine Signalstärkeanzeige. Ein externer Antennenanschluss ist nicht vorhanden.

Die MP3-Wiedergabe über einen USB-SD-Card-Reader funktionierte weitgehend störungsfrei.

Der Klang kann über die Equalizerfunktion verändert werden.

Gemessener Stromverbrauch: Stand-by-Betrieb 0,7 W (gedimmtes Display), DAB-Radio/UKW bei mittlerer Lautstärke 3,6 W; CD-Betrieb 3,9 W. Batteriebetrieb ist nicht vorgesehen.

Was fehlt: Ein Software-Update über USB ist nicht möglich. Das DigitRadio kann nicht an einen Computer angeschlossen werden. Das Display ist nicht dimmbar.

Kleiner Bruder mit Internetradio: Ende Februar 2015 brachte TechniSat das DigitRadio 350 IR auf den Markt, ein netzwerkfähiges Stereo-Digitalradio zum Empfang von DAB+, UKW und Internetradio, aber ohne CD-Player. Testbericht

Dieter Hurcks, 11. Februar 2015

Auf einen Blick
Getestet: DAB+ Digitalradio DigitRadio 350 CD von TechniSat
RDS-PLL UKW Radio
Favoritenspeicher
CD/MP3 Player
Dot-Matrix LCD-Display mit Beleuchtung
MP3-Wiedergabe über USB (nicht über Hubs bzw. USB-Verlängerungskabel)
Elektronische Lautstärkeregelung
Fernbedienung (Betrieb mit Batterie Mignon 1,5 V AA - nicht im Lieferumfang)  

Radio / Empfang
Digital Band III, DAB, DAB+: 174 - 240 MHz
Analog UKW: 87,5 - 108 MHz
Antenne: DAB/UKW-Teleskopantenne
Lautsprecher: Ausgangsleistung: 10 W RMS
Stereo: 2 x 5 W
Netzteil: DC 12 V / 2500 mA
Anschlüsse
1x USB 2.0 (gesamt)
1x Kopfhörer Anschluss (3,5mm Klinke)
Lieferumfang: DigitRadio 350 CD, Fernbedienung, Bedienungsanleitung

Preis (UVP): ca. 179 Euro

Info: TechniSat

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