Sogar
automatisches Recording pegelgesteuert möglich

Der Recorder ist in Weiß und Schwarz erhältlich
Das
Gerät wiegt mit Akkus oder Batterien nicht einmal 90 Gramm und liegt gut in der
Hand. Es besitzt auf der Rückseite sogar einen kleinen, wenn auch ziemlich
schwachbrüstigen Monolautsprecher. Damit er trotz seiner geringen
Wiedergabelautstärke auch noch zu hören ist, wenn das Gerät auf dem Tisch
liegt, kann ein kleiner Aufsteller ausgeklappt werden. Dies ist natürlich auch
bei der Platzierung des Recorders für Aufnahmen hilfreich. Eine
Micro-SD-Speicherkarte sowie Kopfhörer und USB-Kabel mit Spezialstecker (1)
sowie zwei AA-Batterien und das ausführliche, 112-seitige Minihandbuch gehören
zum Lieferumfang.
Das
VR-20 besitzt neben den üblichen Anschlüssen eines Recorders eine
Mini-USB-Buchse. Leider können die eingelegten NiMH-Akkus darüber nicht
aufgeladen werden, was heutzutage Standard bei den meisten Kleingeräten wie
Handy, Navi oder Digitalfotoapparat ist. Dafür muss man nur einen einzigen
leichten USB-Lader mit auf Reisen nehmen und ist in Sachen Energieversorgung aus
dem Schneider. Den VR-20 betreibt man daher auf Reisen aus Gewichtsgründen am
besten mit Batterien (2 x AAA).
Die Mikrofone können der Aufnahmesituation entsprechend gedreht werden.
Geräteausstattung
Zunächst
fallen die beiden Kondensatormikrofone oben am Gerät auf. Sie sind drehbar und
können flexibel auf alle Aufnahmesituationen eingestellt werden. Ausgeklappt
werden sie etwa bei der Aufnahme von Naturgeräuschen, wenn ein breiteres
Klangbild erwünscht ist. Die Pegeleinstellung kann automatisch (Vorwahl der
Empfindlichkeit Low bzw. High) oder manuell erfolgen
Die
Aufnahme kann in Abhängigkeit vom einstellbaren Pegel des Eingangssignals
automatisch starten und stoppen, was lange Leerstellen vermeidet und
letztendlich beim Abhören Zeit spart. Erfolgt ca. sechs Sekunden kein Geräusch,
stoppt der Recorder die Aufnahme. Es lassen sich neue Ordner zum Speichern
erzeugen, aber nicht namentlich frei benennen. Sie werden durchnummeriert.
Allerdings lassen sich Dateinamen später am Computer ändern und
Ordnerstrukturen umbauen. Playlisten lassen sich am PC jedoch nicht anlegen oder
bearbeiten.
Vielfache
Einstellungen
Im
SYSTEM-Menü lassen sich diverse Einstellungen vornehmen wie Batterietyp oder
Datum und Uhrzeit. Dabei fällt auf, dass die Menüpunkte sich nicht endlos
weiterschalten lassen (Schleife), sondern enden. Das ist bei Menüs mit vielen
Unterpunkten lästig. So kommt z.B. nach 31 kommt nicht 1, sondern man muss 30 x
zurück drücken – etwas umständlich.
Bei
dem preiswerteren Basismodell VR-10 (169 Euro) sind die Mikrofonhälften weder
ausklappbar noch drehbar. Beide Modelle gibt es in schwarzem oder weißem Gehäuse.
Aufnahme
und Wiedergabe
Ab Werk ist als Aufnahmeformat das PCM-Format mit 16 Bit und 44,1 kHz voreingestellt. Geringere Qualität mit längerer Aufnahmezeit ist ebenso wählbar wie höhere (siehe „Auf einen Blick“). Im Format MP3/32/MO passen zum Beispiel rund 290 Stunden auf eine 2-GB-Speicherkarten, in maximaler Qualität nur gut zwei Stunden.
Als
Aufnahmequelle können neben dem Mikrofon auch externe Audiogeräte wie
MP3-Player eingesetzt werden. Nach dem Einschalten dauert es etwa acht Sekunden,
bis das Gerät aufnahmebereit ist.
Zum
Starten einer Aufnahme wird die REC-Taste gedrückt (eine rote LED geht an), zum
Stoppen die leider nicht direkt daneben platzierte STOP-Taste. So muss man
zumindest anfangs immer erst hinschauen, damit man die richtige Taste trifft.
Aber Übung macht auch hier den Meister. Bei manueller Pegeleinstellung startet
die Aufnahme nicht sofort, da ja nun zunächst der Pegel gewählt werden kann.
Das Lämpchen blinkt, bis ein zweiter Druck auf REC die Aufnahme einleitet.
Ist
die Aufnahme beendet, kann sie nach Drücken von PLAY direkt abgehört werden.
Stoppt man dann nicht die Wiedergabe, werden weitere Aufnahmen zu Gehör
gebracht. Die Tasten erklären sich im Prinzip von selbst, so dass eine nahezu
intuitive Bedienung möglich ist. Die Display-Anzeige ist in Englisch und lässt
sich nicht umstellen, was aber kein Problem darstellen dürfte. Die Taste HOME führt
auf die Hauptseite des Menüs zurück.
Die
Taste SETUP ruft die Seite mit den Einstellungen auf, die die Aufnahme
betreffen. FUNCTION listet diverse Unterpunkte zur Aufnahmeorganisation auf.

Handlich und leicht: der VR-20 von Teac
Zeitversetzte
Aufnahmen
Bei
WAV-Dateien lassen sich sogar unbrauchbare Teile direkt am Gerät abschneiden.
Auch zeitversetzte Aufnahmen sind möglich. Während der Wiedergabe kann man um
eine bis zehn, 20 oder 30 Sekunden zurückspringen. Aufgezeichnet wird auf einer
Micro-SD- (bis 2 GB) oder Micro-SDHC-Karte (bis 32 GB).
Eine
Besonderheit ist die Funktion „Vorgezogene Aufnahme“. Dabei werden jeweils
die zwei Sekunden vor dem Aufnahmestart per Knopfdruck im Speicher gehalten und
mit aufgezeichnet. Diese Funktion kann man mit der automatischen Aufnahme
kombinieren, so dass künftig kein Einsatz mehr verpasst wird.
Die
Wiedergabe kann zusätzlich in halber und doppelter Geschwindigkeit erfolgen,
ohne die Tonhöhe zu beeinflussen. Hierbei greifen Rauschunterdrückung und
Klanganpassung. Das ist hilfeich, wenn man schnell eine bestimmte Stelle der
Aufnahme finden möchte.
Das
monochrome grafische Display mit 96 x 96 Pixeln ist hintergrundbeleuchtet.
Besonderheiten:
Stereominiklinkenbuchse zum Anschluss eines externen Mikrofons. Die
Stromversorgung für Multimediamikrofone ist zuschaltbar. Die Kopfhörerbuchse
dient zugleich als LINE OUT z. B. zum Anschließen einer Verstärkeranlage. Ein
einstellbares Trittschallfilter hilft tieffrequente Störgeräusche, auch durch
Wind, zu vermeiden. Mit dem Equalizer lässt sich der Klang einer Aufnahme
beeinflussen. So können etwa menschliche Stimmen hervor gehoben werden.
Bei
MP3-Aufnahmen werden die ID-Tags angezeigt, sofern vorhanden. Die Kanalzuordnung
der Mikrofone lässt sich vertauschen, wobei jeweils eine Abrage erfolgt.

Leider
fehlt ein Stativgewinde, um das Gerät zum Beispiel für Gitarrenaufnahmen
passgenau zu platzieren. Improvisation ist in solchen Fällen gefragt. Wer
feuchte Finger hat, könnte Probleme bei der Bedienung der glatten Tasten
bekommen. Zum Ablesen des Displays braucht man wegen der doch recht kleinen
Schrift schon gute Augen bzw. eine starke Brille. Bei stärker eingestelltem
Kontrast wird die Lesbarkeit besser, aber es steigt natürlich zugleich der
Stromverbrauch. Gut ist die Timerfunktion: So lassen sich Aufnahmen
zeitgesteuert starten, und mit etwas Glück erwischt man endlich den Gesang der
Nachtigall. Mit 199 Euro bietet das VR-20 ein gutes Preisleistungsverhältnis!
(2)
(1)
Mehr zu den verschiedenen USB-Steckern und dem regelrechten Wildwuchs dabei
erfahren Sie unter
http://de.wikipedia.org/wiki/Universal_Serial_Bus#USB-Stecker_und_-Kabel
(2)
Ähnlicher Test: „Zoom H2
Handy-Recorder: Audio-Aufnahmegerät für Anspruchsvolle“ in Ausgabe FE 36
Stand: 9/2010