Thema: Hintergrund-Gedöns 
- es wird immer schlimmer

Störende Unterlegung von Text in Radio und TV
mit nervigen Geräuschen und "Musik" - Meinungen

 

Viele neue Lesermeinungen zum Thema "Hintergrund-Gedöns"

Ob im Baumarkt, im Supermarkt, in der Frittenbude, beim Friseur, im Restaurant oder sogar beim Zahnarzt - überall muss man ungewollt Musik über sich ergehen lassen. Wenn es dezente, melodische Klänge sind, ist das ja schön, aber immer häufiger bekommt man Radiosender mit schreienden Werbesprechern und nervigen Ansagen auf die Ohren. Wenigstens am Abend gibt es noch Sendungen, z.B. ab den 20-Uhr-Nachrichten auf NDR 1 oder (sehr zu empfehlen) Hessen 4, bei denen man wirklich entspannen kann.

Nicht nur die nervige Hintergrundmusik zum Beispiel beim Wettergespräch, den Verkehrsnachrichten, bei neueren TV-Dokumentationen, in Magazinsendungen oder bei der Anmoderation im Radio nervt. Selbst bei solch seriösen Sendern wie NDR Info gibt es inzwischen kaum mehr verlesene Texte ohne Begleitgetöse. Auch Deutschlandradio kommt häufig nicht mehr ohne Hintergrundgeklacker aus ...
Ich erschrecke mich jedes Mal, wenn nach 22 Uhr auf NDR Niedersachsen die Verkehrsmeldungen mit lautem Gedöns angekündigt werden - und schalte dann weg auf Nimmerwiederhör'n. 

Daran, dass im Radio Musiktitel oft nicht ausgespielt, sondern vom nächsten Song brutal überlappt oder bei Nachrichtenbeginn rigoros abgeschnitten werden, stören sich Leser von funkempfang.de.

Das Problem ist nicht neu, wie man bei der Recherche im Internet feststellen kann. Dabei sind es nicht nur hochsensible Menschen, die sich an dem Geräuschmüll daran stören.

Hochsensibilität und Lärmempfindlichkeit: 
Hochsensible Menschen sind sehr verschieden voneinander, so wie andere Menschen auch. Sie können den Schwerpunkt ihrer Hochsensibilität in gänzlich unterschiedlichen Bereichen ihres Lebens haben. Hochsensible Personen, die ihren Schwerpunkt im körperlichen/sensorischen Bereich haben, leiden oft unter Lärmempfindlichkeit.
Wikipedia: Hochsensibilität soll laut einigen Experten bei etwa 15 bis 20 % der Bevölkerung auftreten.Anderen Schätzungen zufolge sind es 1 bis 3 %. Die Frage der Häufigkeit wurde in einer Studie von 2018 mit 906 Erwachsenen auf Basis einer latenten Klassenanalyse, einem statistischen Verfahren zur Gruppenerstellung, untersucht. Etwa 31 % der Personen wurden der Gruppe der Hochsensiblen zugeordnet.

 

Plädoyer von Wilfried Schmickler im WDR gegen das Gedudel

Auszug aus der Sendung "Mitternachtsspitzen" vom 22. Dezember 2018 - ganze Sendung

 

Hörbeispiel: Beginn des Films auf MDR über das Blaue Wunder in Dresden ("Der Osten - entdecke wo du lebst", 26.11.2019)
Da wundert sich der Normalhörer doch ziemlich, wozu diese Töne gut sein sollen ....

Lesen dazu die Stellungnahme des MDR-Publikumsservices

Übrigens hat der NDR in seinem Programm NDR 1 Niedersachsen im Sommer 2018 den Musikteppich ausgetauscht. Er nervt jetzt erheblich weniger. Nur auf NDR Plus (DAB +) sind die Verkehrsnachrichten mit Geräuschmüll weiterhin für viele unerträglich. Bei meiner Radtour durch Bayern musste ich bisweilen das nervige Getöse im Radioprogramm von Bayern 1 ertragen, selbst beim Frühstück in der Pension in Ochsenfurt. Antwort der Wirtin auf meine (vergebliche) Bitte, das Radio doch wenigstens etwas leiser zu stellen: "Das Radio läuft bei uns immer!"

Noch schlimmer ist's im Fernsehen, wo zunehmend an und für sich interessante Dokumentationen (z.B. "Die Wetterau", HR3)  mit Geräuschmüll und Klangbrei ungenießbar gemacht werden (z.T. auch "70 Jahre NRW - Eine bewegende Geschichte" am 29.12.2017). Turbo-Zooms und Stakkatoschnittfolgen im Halbsekunden-Takt oder schwindelerregende Kamerarundfahrten (z.B. "Deutschland von oben") verleiden einem ebenfalls immer mehr Fernsehbeiträge. Zuletzt schalteten wir nach zehn Minuten entnervt ab bei: "Wo war eigentlich die Mauer" (5.2.2018, 21 Uhr, RBB) und auch bei "WiSo" im ZDF, als es um nicht immer kompetente Heizungsexperten bei der Arbeit ging. Schade drum ... 
Sogar die Sportschau am Samstagnachmittag wird durch Geräuschmüll, z.B. beim Verlesen der Ergebisse und des Tabellenstandes, immer nerviger.

Dem öffentlich-rechtlichen Funk und Fernsehen laufen die Hörer und Zuschauer sicherlich auch aus diesen Gründen davon.
Und die Jugend gewinnt man mit solchem Gedöns auch nicht.

Bernhard Möllmann von der ARD hat den „Raumklang“-Effekt im Verdacht: „Ist der Fernseher darauf eingestellt, werden Musik und Effekte verstärkt, und die Stimmen klingen im Vergleich dazu leiser.“ Bei Tonchef Hergenröder stoßen derlei Erklärungsversuche nur bedingt auf offene Ohren. Denn hehre Richtlinien und Technik hin oder her, auch bei korrekter Einstellung und einem guten Fernseher kann die Musik manchmal störend (laut) sein – egal ob bei den privaten oder den öffentlich-rechtlichen Sendern. Und der Experte weiß auch, warum: „Junge Menschen haben leider einen unkritischen Bezug zur Lautstärke“, bedauert er.
Und um diese Zielgruppe anzusprechen, ließen sich die Fernsehmacher immer wieder dazu hinreißen, Beiträge mit dominanter Hintergrundmusik auf „jugendlich“ zu trimmen. „In den letzten Jahren hat sich die Intensität der Hintergrundmusik ganz sicher verändert,“ resümiert der Fachmann. Josefa Holtzmann kann das nur bestätigen. „Manchmal verleidet uns das regelrecht den gemütlichen Fernsehabend“, seufzt die Münchnerin: „Statt uns zu entspannnen wird Fernsehen dann richtig anstrengend.“ Quelle: Münchner Merkur

Was die Zuschauer nervt
Inflationäre Zunahme von akustischen Darbietungen, fast jede Pause wird mit Musik oder Geräuschen gefüllt, selbst bei Dokumenarfilmen und Berichten wird dem Text Musik beigemischt, so daß nicht nur die Verständlichkeit erschwert wird, sondern auch das ungute Gefühl der Manipulation entsteht. Infotainment auf Kosten der Glaubwürdigkeit! weiterlesen  

Lesermeinungen

Mail zur ZDF-Sendung "Wie Kriminelle und Terroristen Europa plündern"
Guten Tag,  eigentlich eine sehr interessante Sendung am 7. Mai 2020. Aber die Hintergrundgeräusche haben uns derart genervt, dass wir nach 15 Minuten umgeschaltet haben. Das geht uns leider bei vielen neueren Dokumentationen so, auch bei der am gleichen Abend bei Arte ausgestrahlten Sendung "Wahnsinn LKW", die mit nahezu dem gleichen Hintergrundgedöns nervte. Schade drum!
Mir geht es nicht allein so, wie Zuschriften auf meiner Internetseite zeigen: San mir alle dement und deppert?" Geräusche-Müll vermiest viele Radio- und Fernsehbeiträge  
Auch der Kabarettist Wilfried Schmickler hat dieses Thema schon im WDR persifliert. Auszug auf selbiger Internetseite oben und bei Youtube. Dieter Hurcks (9.5.2019)

Stellungnahme der ZDF-Zuschauerredaktion (5/2019)

Vielen Dank für Ihre E-Mail an das ZDF ARD und ZDF haben im Jahr 2014 einen gemeinsamen Leitfaden zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit in Sendungen erarbeitet. Darin sind Empfehlungen für die Produktion von TV-Beiträgen enthalten, die eine für den Zuschauer möglichst angenehme Tonkulisse sicherstellen sollen. Im Rahmen technischer Prüfungen von Neumaterial messen wir die Einhaltung der Lautheit (EBU R128 Norm) und achten auch auf eine ausgewogene Dynamik der Tonmischung.
Das größte Problem ist allerdings die Vielzahl moderner Empfangsgeräte, in denen durch diverse Einstellungsmöglichkeiten der Ton häufig eher negativ beeinflusst wird. Durch die technische Vielfalt der Geräte kann leider keine einheitliche Empfehlung für eine Standardeinstellung ausgesprochen werden.

In der Praxis hilft aber häufig schon eine geringe Anpassung der Toneinstellungen: Wenn im Tonmenü Ihres Fernsehers ein Surroundsound eingestellt ist, ohne dass Sie eine entsprechende Surroundanlage verwenden, sollten Sie zum einfachen Stereoton wechseln. Der Surroundsound unterdrückt viele Tonereignisse, weshalb die Sprachverständlichkeit bei reinem Stereo oft besser ist. Eine weitere Möglichkeit, den Sprachton zu verbessern ist es, an Ihrem Gerät die Bässe zu reduzieren und die Höhen mehr zu betonen. 

Wir versichern Ihnen, dass wir bei allen ZDF-Produktionen auch zukünftig verstärkt darauf achten werden, dass die Tonmischung im Sinne der Sprachverständlichkeit so optimal wie möglich gestaltet wird. Mit freundlichen Grüßen Ihr Zuschauerservice.

Stellungnahme der ARD-Programmdirektion (9/2017)

"Musikalische Untermalung ein wichtiges dramaturgisches Mittel"

Wir bedauern Ihre Kritik an der Hintergrundmusik in Sendungen des Ersten, die Sie als Klangbrei empfinden.
Es tut uns sehr leid, dass Sie die akustische Untermalung als störend empfunden haben. Selbstverständlich soll die Musik unsere Zuschauer nicht daran hindern, die Dialoge in der Sendung zu verstehen.
Dennoch ist die musikalische Untermalung ein wichtiges dramaturgisches Mittel, das seit den Anfängen der Filmindustrie eingesetzt wird. Auf dessen maßvollen Einsatz können auch wir nicht verzichten.

Auch in Informationssendungen setzen die Autorinnen und Autoren der Beiträge Musik als Stilmittel ein. Damit gelingt es ihnen, dramaturgische Akzente zu setzen und Informationen noch anschaulicher zu vermitteln. Wir bedauern, dass Sie sich dadurch gestört fühlten.
Andererseits gibt es aber auch Lautheitssprünge innerhalb der Programme und zwischen den Sendungen. Dieser Themenkomplex wird seit vielen Jahren in der ARD und der gesamten Fernsehbranche diskutiert.

Inzwischen hat die ARD wie alle anderen Fernsehanbieter in Deutschland daran gearbeitet, die Lautstärke der Sendungen des Ersten Deutschen Fernsehens zu harmonisieren und die Lautheitsunterschiede im Programmablauf sowie zwischen den einzelnen Sendungen zu verringern. Dazu trägt auch der technische Fortschritt im Bereich der Mess- und Aussteuerungsverfahren bei.
Seit der Internationalen Funkausstellung 2012 senden die Öffentlich-Rechtlichen gemeinsam mit den privaten Free- und Pay-TV-Anbietern in einer einheitlichen Lautstärke - sowohl in den Programmbeiträgen als auch bei Werbung und Programmhinweisen. Zwar gibt es weiterhin leisere und lautere Stellen im  Programm, aber die Kontraste sind weniger extrem.

Mit der Anpassung hoffen wir, den Bedürfnissen unserer Zuschauerinnen und Zuschauer nun besser entsprechen zu können. Wir können Ihnen zudem versichern, dass unsere Tontechniker und Akustiker laufend den technischen Fortschritt auf diesem Gebiet beobachten, um ihn ggf. für die Ausstrahlungstechnik nutzbar werden zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen
Rüdiger Heise, Erstes Deutsches Fernsehen, Programmdirektion, Zuschauerredaktion Das Erste (im Sept. 2017)

 

Anscheinend ist mein Leserbrief nicht richtig verstanden worden. Gegen
"normale" Filmmusik habe ich nichts einzuwenden. Hier mein Originaltext:


Mein Leserbrief-Text

Klangbrei-Radio und Tonterror-TV

Nachdem wir uns schon von den öffentlich-rechtlichen Radiostationen die NDR Niedersachsen weitgehend abgenabelt haben, weil dort immer mehr Textpassagen wie Wettergespräch, Verkehrsmeldungen sowie An- und Abmoderationen mit Klangbrei versehen werden und das Hören nervenaufreibend wird, greift diese Seuche, alles mit Musik hinterlegen zu müssen, verstärkt aufs Fernsehen über. Menschen mit Hörgerät dürften heirvon besonders stark betroffen sein.

Vor allem eigentlich von den Themen her interessant zu werden versprechende Verbrauchersendungen wie "Alles Wissen" oder "Markt" vergraulen durch immer stärker eingesetzte, teils aggressive Hintergrundmusik nun auch ihr treues Publikum: die älteren Hörer und Seher. (Im Februar haben wir mal wieder "Markt" auf NDR geschaut - und oh Wunder: fast ganz ohne Hintergrundgedöns.)

Nachdem die Jugend bereits vom Fernsehen verstärkt zu Streamingdiensten übergewechselt ist, ergreifen in unserem Bekanntenkreis (über 60 Jahre alt) immer mehr Menschen die Flucht vor Öffi-Radio und -TV und wechseln zu DAB+ (z.B. Absolut Relax) und Internetradio, wo gerade eine Monopolisierung im Gang ist und dadurch die Häufigkeit von Werbesport stark zugenommen hat.

Die Sendung Markt im NDR nervt zunehmend mit Klangbrei. Am 21. August wollten wir uns nach "Markt" auf NDR 3 die anschließende Verbrauchersendung über „Die Tricks der Getränkeindustrie“ anschauen, haben aber nach fünf Minuten entnervt den Ausschaltknopf betätigt. Nach dem Beitrag über die Tricks der Druckerhersteller schaltete ich ab. Die Töne im Hintergrund waren einfach nicht mehr zu ertragen. Sogar die Ergebnisverlesung bei der Sportschau am Samstag zwingt inzwischen dazu, den Ton leiser zu drehen oder abzuschalten.

Weiter so! Dann haben die ARD-Sender in unserer Altersklasse ihre Hörer und Seher in den nächsten drei bis fünf Jahren um sicherlich ein Drittel bis zur Hälfte reduziert. YouTube und die Streamingdienste werden sich über verstärkten Zulauf an frustrierten Hörern freuen.

Nehme an, dieser „Service“ am Zuschauer ist von ganz oben verordnet ...
mit freundlichen Grüßen Dieter Hurcks (Journalist i.R.) - August 2017

Es nervt (uns) ... - Beispiele

Betreff: "Wir haben genug - Wirtschaft ohne Wachstum" am 12.8.2020 auf 3sat
Guten Tag, ein sehr brisantes Thema. Leider war es uns aufgrund des einsetzenden nervenden Hintergrundgedudels nicht möglich, diesen interessant erscheinenden Beitrag zuende zu schauen.
Früher hatte Musik in Filmen noch einen Zweck, z.B. um dramtische Effekte zu verstärken. Heute ist das Geklimper und Geschepper nur noch Selbstzweck. Dieter Hurcks, 17.8.2020

Antwort vom ORF-Kundendienst: vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihr Interesse an unserem Programm in 3sat. Ihre Rückmeldung zur Sendung „Wir haben genug - Wirtschaft ohne Wachstum“ vom 12. August 2020 haben wir der zuständigen Abteilung zur Kenntnis gebracht. Die Tonaussteuerung im Fernsehen auf gleiche durchschnittliche Lautstärke umzustellen ist ein fundamentaler Wandel im Rundfunk und stellt einen großen Schritt zu mehr Harmonie und Qualität dar. Jede Sendung wird auf den gleichen durchschnittlichen Lautstärkepegel gebracht. Innerhalb einer Sendung gibt es aber nach wie vor Unterschiede zwischen lauten und leisen Teilen, dies liegt im Ermessen des Regisseurs oder der Regisseurin und ist ein zentrales dramaturgisches Werkzeug.

Tönendes Beispiel: Ich empfehle, gegen 7.50 Uhr das Wettergespräch im Radioprogramm von NDR 1 Niedersachsen anzuhören. Auf NDR Plus im Digitalradio nerven die Verkehrsnachrichten mit viel zu lauter Hintergrundmusik total. Auch die Sendungen "Markt" in den Dritten sowie viele Dokus auf 3sat oder Panorama im Ersten sind voll von nervigen Hintergrundstörungen, die man selten als Musik bezeichnen kann. Aber es gibt ja den Ausschalter bzw. viele andere Sender, auf die man umschalten kann.
Neuestes Malheur: Die ehedem so angenehm zu sehenden Wilsberg-Filme haben einen neuen Vorspann mit allem, was die Technik heute so hergibt: nerviger Sound, Flackerbilder, Turboschnitte. Auch der Münster-Tatort vom Mai 2018 nervt im ersten Drittel durch völlig abnorme Hintergrundgeräusche. Wozu?

Ebenso nervig die interessant klingenden Dokus "Highspeed-Internet aus dem All" (3sat, 31.10.19) und "Wer beherrscht Deutschland" (MDR, 31.10.2019), die wir leider nach zehnminütigem Geräuschmüll nicht mehr ertragen konnten. Eigentlich sehr interessante Themen, aber leider ...

--- Die Arbeitsmetropole an der Ruhr - WDR, 15.11.2019: Nach 20 Minuten abgeschaltet wegen unerträglichem Geklacker im Hintergrund; ebenso die Sendung "Quarks"

Planet Wissen und Markt - Mein Leserbrief vom 12.3.2020 (leider unbeantwortet): Sehr viele interessante Themen, aber leider wegen des Geräuschmülls im Hintergrund vielfach einfach nicht zu ertragen. Ebenso wenig wie viele Beiträge in den Markt-Sendungen der dritten Programme. Schade drum ...
Wir sind übrigens nicht die einzigen, die dieses Hintergrund-Gedöns nervt: siehe http://www.hurcks.de/funkempfang/3berichte/radio-und-fernsehen-nerven-total.htm

Es geht auch anders ...

Vielversprechende Sendungen, die wir wegen nerviger Hintergrundtöne ebenfalls nach kurzem Schauen abgebrochen haben:
16.1.2018 - HR3 - Erlebnis Hessen: Hanauer Pioniere und viele weitere - ich habe es aufgegeben, diese hier aufzuzählen. Besser ich führe die Sendungen auf, die man sich noch genussvoll ansehen kann ...

+++ Dass es auch anders geht, beweisen diese TV-Beiträge (SWR, 20.11.): "Der große Augen-Report" von 2016 und "Das Engadin - Naturwunder der Alpen" von 2015. Oder der Film über eine Ostsee-Kreuzfahrt mit Stationen in Finnland (Helsinki, Porvoo) auf Arte u.a. am 5. November 2019. Hier wird Musik so eingesetzt, wie es sein sollte: die Wirkung verstärkend, ohne zu nerven.

+++ Gute Sendung: ARD - Was Deutschland bewegt: Operation Bahn (18.11.2019)
Statistisch fährt jeder Bewohner des Landes 25 Mal im Jahr mit der Bahn. Sie gilt als umweltfreundlich und ist Hoffnungsträger der Klimapolitik. Zugleich hat die Bahn das Image eines Sanierungsfalls. Wie steht es wirklich um die Bahn?

Zum Weiterlesen

https://www.wer-weiss-was.de/t/wie-stelle-ich-die-hintergrundmusik-im-tv-leiser/7120555

PDF zum Thema "Spachverständlichkeit im Fernsehen"... Herausgegeben von ARD und ZDF. Interessant zu lesen ...

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1246/umfrage/am-meisten-stoerendes-im-tv-programm/
Für rund 15 Prozent ist die Hintergrundmusik in TV-Sendungen zu laut - sind das nur die Hochsensiblen?

Warum ist der Ton oft so schlecht? https://www.techbook.de/entertainment/warum-ist-der-ton-beim-fernsehen-oft-so-schlecht

"Meine Meinung: Was nervt am deutschen Fernsehen?" - Kurz-Clip der Mediengestalter Bild und Ton bei NRWision
Werbung, Werbung und schon wieder Werbung - die kann ganz schön nerven, vor allem wenn man einen spannenden Blockbuster im Fernsehen schaut. Das zumindest finden die Bürger, die ein Team von NRWision in Dortmund befragt hat: Was stört Sie am meisten am deutschen Fernsehen? Aber die Werbung ist lange nicht das einzige, was die Zuschauer nervt. Was ihnen sonst noch so richtig auf den Zeiger geht, hat NRWision-Azubi Peter Bendt herausgefunden.


Einen interessanten Beitrag brachte vor längerer Zeit die Augsburger Allgemeine unter der Rubrik "Der Grantler" - ohne Wirkung?:

Zitat: "Der Grantler schaut sich aber auch ganz gern einen Krimi im Fernsehen an, zum Beispiel den „Tatort“ am Sonntag, aber immer mehr werden diese Filme zum Ärgernis. Der Grund: Die Musik wird als störend empfunden. Der Grantler fragt sich manchmal, was sich die Regisseure denken, wenn sie Dialoge mit lauter Musik untermalen. Sind die Texte so schlecht, dass man sie nicht hören soll? Man kann ja nicht einmal davon ausgehen, dass das tägliche Leben widergespiegelt werden soll, denn wenn zwei sich unterhalten, gibt es nirgends laute Musik im Hintergrund und wenn jemand das Radio laufen hat, dann wird man es ausmachen oder leiser stellen, wenn er reden will. Bei manchen Filmen könnte man sich wahrscheinlich viel Geld sparen, wenn man auf Musik und eben dann auch auf das Honorar des Komponisten verzichten würde! Ähnliches gibt es im Radio. Da gibt es Sender, die untermalen ihre Nachrichten mit Musik. Auch hier gilt: Soll der Hörer vielleicht gar nicht mitkriegen, was es so Schlechtes auf der Welt gibt? Der Grantler würde ja noch einsehen, wenn der Wetterbericht untermalt wird, mit aufheiternden Tönen bei schönem Wetter, mit Paukenschlag, wenn ein Gewitter ansteht oder wie auch immer. Aber nur eine Musik zu Texten unterlegen, dass ist fast schon ein Attentat auf den Nachrichtenhörer. Der Grantler fragt sich: Hat sich da noch niemand beschwert oder hören die Sender nicht auf ihre Kunden?" Quelle und mehr

Auch der Münchner Merkur hat sich dieses Themas - schon 2009 - angenommen. Zitat aus Lesermeinungen:

"San mir alle dement und deppert?" 
"Das Problem mit der Hintergrundmusik dürfte weniger an der Lautstärke liegen, sondern dass überhaupt Sprechszenen mit Musik hinterlegt werden. Das ist meines Erachtens völliger Unfug. Die Qualität der schauspielerischen Leistung wird nicht gesteigert, wenn der gesprochene Text durch die Musik massiv gestört bzw. vom Zuschauer schlecht verstanden wird.“ Dieter Heinzel Eichenau 
„In Ihrem Artikel geht es um zu laute Hintergrundmusik im Fernsehen. Ja, es stimmt, die Hintergrundbelästigung beim Fernsehen nimmt zu und die Verständlichkeit leidet. Daher sehe ich schon lange kein Privatfernsehen mehr, denn das mutiert immer mehr zum Werbe-Nerv-Fernsehen. Leider macht das Phänomen des Hintergrundlärms nicht beim Fernsehen halt. Schalten Sie doch mal das Radio ein. Nein, auch hier nicht die Privatsender. Die verhalten sich so wie die privaten Fernsehsender. Schalten Sie mal Radio Bayern 3 ein. Da kommt man sich doch vor, wie mitten in einem Computerspiel. Ständig kracht es, wummert es, zischt es, krabuummm! Mindestens fünf bis zehn Mal pro Stunde werden wir auch noch verbal daran erinnert, welchen Sender wir gerade hören. San mir alle dement und deppert? Dann Wetterbericht, Verkehrsfunk. Oder Telefon-Interviews. Alles mit Geräuschen im Hintergrund. Ja geht’s noch? Was soll das? Wo ist der Nutzen? Bayern 1 war mal nicht so lärmverseucht. Doch inzwischen ist man dort auch auf den Lärm gekommen. Ist (Sprach-)Verständlichkeit im Radio nicht ein anzustrebendes Ziel?"

"Ich glaube, dass eine Generation der Disco-Hörgeschädigten beim Fernsehen den Ton angibt".

"Die ganze Lust und Freude an einer guten Sendung wird uns vergällt - und dafür muss man auch noch zahlen!"

Quelle und mehr

Theodor Lessing: Wider die Lärmseite des Lebens bei wikisource.de: https://de.wikisource.org/wiki/Der_Lärm 

Lesermeinungen

Forum zum Thema

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