Links: Der alte Kassettenrekorder hat ausgedient; rechts: mit dem PC und Software wie dem phonostar player geht's besser

Aufnahmen vom Radio – so geht's

phonostar player kann auch zeitprogrammiert Sendungen aufzeichnen

Früher waren Tonbandgerät und Kassettenrekorder die gängigen Geräte, mit denen wir Radiosendungen aufgenommen haben. Heute gibt es im Internet viele Podcasts zum Herunterladen. Aber wie nimmt man eine Radiosendung auf, wenn der Kassettenrekorder längst im Elektroschrott gelandet ist? Im Internet findet man dazu viele hilfreiche Tipps.

So erläutert der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR), wie Aufnahmen mit Computer oder Smartphone gelingen. Podcasts kann der Sender „aus urheberrechtlichen und organisatorischen Gründen ... nicht immer anbieten. Einen privaten Mitschnitt können Sie jedoch jederzeit machen,“ heißt es auf der Homepage. Und weiter: „Für den Computer gibt es Programme wie zum Beispiel den phonostar player, den es für Windows und Macintosh als Bezahlversion oder auch kostenlos gibt.“ Für Smartphones sind in den jeweiligen Stores geeignete Apps wie TuneIn Radio oder die Phonostar Radio-App verfügbar.

Installation und Praxis 
Der phonostar player ist schnell installiert. Will man im MP3-Format aufnehmen, muss noch der Lame-Encoder installiert werden.

Die Bedienung des phonostars zu beherrschen, erfordert allerdings ein wenig Zeit und Ehrgeiz. Versuchen wir es an einem Beispiel. Ich möchte heute abend auf NDR 1 Niedersachsen die Sendung „Jetzt reicht´s“ aufzeichnen, in der über den Nachtfluglärm rund um Hannover diskutiert wird. Denn viele Bürger fühlen sich durch den Lärm in ihrer Gesundheit und Lebensqualität beeinträchtigt, während die Wirtschaft den Verlust von jeder Menge Arbeitsplätzen als Horrorszenario an die Wand malt – wie immer in solchen Fällen. Die Diskussion kann also spannend werden.

Aufnahme programmieren 
Aber wie lässt sich nun der Aufnahmetimer programmieren? Zunächst sollte man sich unter „Mein phonostar“ anmelden. Dann stehen einem mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, die auch auf der Webseite ausführlich und gut verständlich erklärt werden:

„Auf unseren Webseiten, die du in der linken Menü-Spalte siehst ... findest du jeden Tag zahlreiche Programmtipps zu den besten Radiosendungen. Alle Sendungen kannst du mit einem Klick als Aufnahme einplanen. Du kannst die Sendungen zum einen mit dem phonostar player aufnehmen und die Aufnahme auf der Festplatte deines Computers speichern. Du kannst die Sendung aber auch mit der Radio-Cloud zur Aufnahme einplanen und sie dort speichern.“ Dazu braucht nicht einmal der Computer eingeschaltet sein. phonostar bietet später jede Menge Auswahlmöglichkeiten zum Filtern der eigenen Aufnahmen, etwa Oldies, Klassik oder Country.

Also frisch ans Werk: Unter „Radiosender“ suche ich zunächst NDR 1 Niedersachsen und dann das Programm, das ich aufnehmen möchte. Aber genau in dem Zeitraum 19.05 bis 20 Uhr ist die Programmübersicht lückenhaft. Mit dieser Aufnahme wird es also nichts! Oder doch?

Links: das riesige Senderangebot; rechts: eine Programmübersicht am Beispiel von NDR 1 Niedersachsen

So programmiert man die Aufnahme einer Radiosendung 
Erklärt wird das unter der Überschrift „Wie kann ich Aufnahmen manuell einplanen?“

„Für jeden Sender kannst du Aufnahmen einplanen. Hierfür findest du im phonostar player bei jedem Sender den Knopf 'Aufnehmen'.“ Dazu muss man zunächst auf das eingekreiste i klicken. „Ein Klick auf Aufnehmen öffnet ein Fenster, in dem du die Sendezeit etc. festlegen kannst.

In der Listen-Ansicht befindet sich der Knopf 'Aufnehmen' in den ausfahrbaren Optionen (über den Pfeil rechts beim Sender), in der Detail-Ansicht unten rechts.

Die so zur Aufnahme eingeplante Sendung findest du dann im Player im Menü 'Aufnahmen' - 'Geplante Aufnahmen'. Wurde die Aufnahme gemacht, kannst du sie im Menü 'Aufnahmen' - 'Meine Aufnahmen' abrufen und anhören.“

Ergebnis hervorragend 
Nun steigt die Spannung. Der PC kann nun ausgeschaltet werden. Später sollte die Aufnahme dann in der Cloud zu finden sein. Am nächsten Morgen schaue ich in die Cloud: Und tatsächlich ist dort die Aufnahme als MP3 gespeichert. Exakt in dem programmierten Zeitraum, obwohl die Sendung in der Programmübersicht ja gar nicht aufgeführt war. Alles wie gewünscht. Es reicht also die Eingabe des Zeitfensters. Ich hatte zusätzlich noch eine Musiksendung programmiert. Insgesamt passen gut zweieinhalb Aufnahmestunden in die kostenlos verfügbare Cloud.

Fazit: Nach einer etwas holprigen Einarbeitung macht phonostar richtig Spaß. Der alte Kassettenrekorder kann wieder auf den Dachboden – an die Qualität von phonostar kommt er bei weitem nicht ran.

Startseite des phonostar players 

Weitere Tipps gibt die Zeitschrift Computer Bild

Alternativen: Tipps vom PC-Magazin Chip

Auch das PC-Magazin CHIP hat Tipps parat und empfiehlt den kostenlosen Streamwriter  für die Aufnahme von von Internetradio-Programmen. Die Software ist ebenfalls in einer deutschen Version verfügbar, kann Werbung überspringen und gleichzeitig vier Streams im MP3-Format aufzeichnen.

Beim Aufnahmetest wurde die Sendung, obwohl ich den Punkt, die Werbung zu eliminieren, deaktiviert hatte, zerschnitten, da mittendrin eine kurze Musikeinblendung erfolgt war. Die Software erlaubt jedoch die nachträgliche Bearbeitung von Tondateien und bietet Möglichkeiten wie den Schnitt. Bei MP3-Aufnahmen wird auch hier der Lame-Encoder nötig, den man direkt über einen angebotenen Link runterladen kann. Auch hier macht erst Übung den Meister.

Als weitere Alternative wird das TapinRadio mit integrierter Aufnahmefunktion vorgestellt. Es ist gleichzeitig Internet-Radio und Programm zum Aufnehmen und  eine Weiterentwicklung der Software Screamer Radio. Die Bedienung ist einfach: zum Starten auf „Aufnahme“ drücken, die  Aufnahme wird als MP3 gespeichert. Allerdings, so CHIP: "Seit einiger Zeit ist die Software leider nicht mehr gratis." Quelle und mehr 

Dieter Hurcks (12/2018)

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