Meinungen zu Geräuschmüll in Radio und Fernsehen

Immer mehr Lesermeinungen gehen ein. Schreiben auch Sie Ihre Meinung per E-Mail übers Kontaktformular

zu Seite 1 des Themas 

"Verdienstvolle Quellensammlung"
Das Schweizer Radio SRF1 unterlegt seit kurzem seine Nachrichten mit Gepiepe, France Info und überhaupt sogenannte "Infosender" bieten statt Informationen eine
nervenzerfetzende Geräuschkulisse. Eine Frau berichtete in einer Kultursendung, wie sie nach einer Viertelstunde unter derartigen Klängen völlig gestreßt war.
In Einkaufscenter-WCs dudelt's dermaßen, daß einem die Lust vergeht, sein Geschäft zu verrichten. Und viele Features sowie Hörspiele mag man sich ob Fremdgeräuschen
kaum noch anhören. Ermutigend zu lesen dass sich auch andere geplagt fühlen. Den Beitrag von Wilfried Schmickler werde ich mir bei Gelegenheit anhören. 
Torsten K., Weil am Rhein (26.6.2021)

"Niemand will begreifen --> Interessengemeinschaft gründen"
Hallo Liebe Leidensgenossen, auch ich ärgere mich schon seit vielen Jahren über diesen Krach im TV und habe an ARD und ZDF schon zahlreiche Beschwerden geschrieben. Ohne Ergebnis!
Meistens wurde mir mitgeteilt ich solle mir einen neueren TV mit besseren Lautsprechern kaufen.
Der verantwortliche Toningenieur beim BR, Herr Hergenröder teilte mir mit, dass die TV-Beiträge nach "Lautheitsmessung R 128" produziert würden und ähnlichem Mist.
Niemand,wirklich niemand von ARD und ZDF will das Problem begreifen und verstehen. Sie reden nur von Technik.
Dabei wäre es doch ganz einfach.
Wenn diese "Fachleute" das Problem nicht in den Griff bekommen, dann sollen sie das Hintergrundgetöse doch weglassen.
GANZ EINFACH WEGLASSEN!
Ich bin sooo stinksauer, ich habe schon so viele Politiker und verantwortliche von ARD und ZDF angeschrieben. Erfolglos!
Deshalb habe ich schon überlegt, wie man eine Interessengemeinchaft gründen könnte, die unseren Beschwerden mehr Gewicht verleiht.
Vorschläge dazu bitte unter hstrobler@web.de an Helmut Strobler 

Nachtrag von H. Strobler vom 31.1.2021 mit positivem Beispiel: Ich habe vor einigen Tagen wieder eine Beschwerde an die ARD geschickt. Als Antwort erhielt ich: "Wir versichern Ihnen, dass wir stetig bemüht sind, die Tonqualität unseres Programms zu verbessern." Daraufhin habe ich denen folgendes geschickt: Die Beschwerden der vielen Zuschauer beziehen sich nicht auf die Ton-Qualität, sondern auf den Hintergrundlärm. Wenn dieser Lärm mal für einen Moment weg ist, ist die Ton-Qualität ja in Ordnung und der Ton auch zu verstehen.
Habe noch dazugeschrieben, dass vor ein paar Tagen eine Sendung mit Markus Lanz zu sehen war, bei der es nicht ein einziges Ding – Dong oder sonstigen Krach gab und die darauf hingewiesen, dass sie sich dies Sendung mal anschauen und daraus lernen sollen. Mal sehen, was ich darauf für eine Antwort erhalte.
Nachdem die bisher immer wieder von der Ton-Qualität geschrieben haben, werde ich die nun immer wieder gezielt darauf hinweisen, dass Tonqualität auch Ton hören und verstehen heißt.
Ich werde mir auch die nächsten Sendungen von Markus Lanz anschauen. Wenn die auch wieder ohne diesen Krach sind, werde ich dies bei meinen nächsten Beschwerden immer wieder ausdrücklich erwähnen und nachfragen, warum es bei der Sendung möglich ist, und bei anderen nicht. 

Noch zwei Negativbeispiele: Wir haben kürzlich aus der Mediathek (über MediathekView gefunden) drei Sendungen über möglichen Strom-Blackout angeschaut. Davon waren zwei (Blackout in Hessen und Frontal 21) wegen des Hintergrundgeräuschmülls unerträglich. Dieter Hurcks, 30. Jan. 2021

Bericht in HÖR ZU: Immer wieder lese ich über Ihr Thema HINTERGRUND -GEDÖNS. In der Hörzu von dieser Woche (16. Januar 2021) steht ein Artikel darüber, daß die Anstaltsleiter der Rundfunk- und Ferhsehanstalten sich zumindest des Themas annehmen wollen.
Meine Frage an Sie als Fachmann: Viele oder die sie meisten Fernsehgeräte verfügen über ein 2-Kanal Tonsystem (?) oder wie das heißt. Gäbe es nicht die technische Möglichkeit, die Sprache auf einem Kanal und das Hintergrund- Gedöns auf dem zweiten Kanal zu senden? Dann entscheide ich als NUTZER, ob den Geräuschmüll der mutmaßlich Gehörgeschädigten an den den Mischpulten hören will oder nicht: Ich schalte um auf den NUR Sprach Kanal. Mit freundlichen Grüßen U. F. (Name ist der Redaktion bekannt)

Lieber Herr F.: Danke für den Bericht, den Sie mir freundlicherweise gemailt haben. Darin steht doch, dass inzwischen Versuche laufen, genau diese Geräusche von der Sprache der Protagonisten (Schauspieler, Kommentatoren u.a.) zu entkoppeln und auf einem separaten Kanal auszusenden. Sei es über das digitale Antennenradio oder über den zweiten Fernsehton-Kanal. Dort heißt es: "Das NDR-Verfahren <Klare Sprache> ist bisher als einziges echtzeitfähig." Man darf gespannt sein, was daraus wird. Immerhin scheint das eine Problen erkannt worden zu sein. Wobei  das andere Probleme, nämlich der Geräuschmüll, sich nicht technisch lösen lässt sondern - viel leichter - durch eine veränderte Arbeitsweise der "Akustikingenieure". und -designer. Dieter Hurcks (20.1.2021)

Es tut sich was: Links zum Thema

Klare Sprache: https://www.digitalfernsehen.de/news/empfang/dvb-t/ndr-testet-sprachverstaendlichkeit-ueber-dvb-t2-563840/ + https://www.presseportal.de/pm/6561/4791503 

Meinungen: https://www.analog-forum.de/wbboard/index.php?thread/151745-klare-sprache/ 

Akustische Hintergrundverschmutzung überall! 
Mit diesem Geräuschmüll - der einfach nicht zum Bild/Ton-Inhalt passen will - werden wir inzwischen in allen Kulturprogrammen, Wissenschaftssendungen und Naturdokumentationen konfrontiert. Besonders störend wirken dabei eintönig repetierende Glocken- oder Klavieranschläge, u.ä.. 
Ob 3sat oder Bayern2, alle Programme werden von mittelalterlichen Marktschreiern dominiert. Ihre Audiodesigner wirken sehr bemüht darum viele ihrer billigen einfallslosen Klangbausteine willkürlich in den Beiträgen unterzubringen. 
Gerechtfertigt wird das seitens der Programmverantwortlichen mit "Generationengerechtigkeit" für die Hörerschaft. Wo finde ich denn Recherchen, die belegen, dass evtl. junge Leute das so wollen? Oder hat sich hier ein unbegründeter Hype ausgebreitet, der Einschaltquoten verspricht. Schluss damit! Es nervt nur noch. Gruß @Tonband (2.9.2020)

funkempfang.de schrieb: Vielen Dank für dieses punktgenaue Statement; werde es in Kürze auf die Leserseite hieven
genau diese eintönig repetierenden Glocken- oder Klavieranschläge nerven uns auch am meisten
Akustische Hintergrundverschmutzung überall!

Antwort von @Tonband: Danke für die Rückmeldung. Diese Problematik beschäftigt mich schon Jahre. Ich habe selbst in der Tonstudiotechnik gearbeitet und kann mich mit dieser unsensiblen Praxis nicht anfreunden. Es gibt in der aktuellen Praxis offenbar drei Ansätze für das Problem:

1) Die Audiodesigner bekommen weniger Zeit für die Vertonung eines Beitrags. Damit schwindet auch das Interesse an guter Vertonung.

2) Die Programmverantwortlichen verlangen von den Audiodesignern eine reisserische Vertonung zur Steigerung der Einschaltquoten. Hier haben wir das gleiche Problem wie in der CD/Musik-Produktion, wo ein "fetter Sound" bzw. ein Loudness-Maximum angestrebt wird. Die früheren Designer wollten das eigentlich nicht.

3) Im Übrigen ist eine junge Generation nachgerückt, die entweder keine fundierte Ausbildung erhielt oder andere Ziele anstrebt, die in den momentanen Zeitgeist passen.

Erstaunlicherweise habe ich vorgestern auf meine Kritik an 3sat mal keine Rechtfertigung, sondern folgende Rückmeldung bekommen:
<<<<<<<<<<<<<<<<<<<
vielen Dank für Ihre E-Mail an das ZDF. Ihre Kritik haben wir in unsere tagesaktuelle Auswertung der Zuschauerreaktionen aufgenommen. Diese wird der verantwortlichen Redaktion und einem weiten Empfängerkreis in unserem Haus, inklusive der Geschäftsleitung, übermittelt und dort in der internen Auseinandersetzung mit dem Programmangebot berücksichtigt.
Mit freundlichen Grüßen Ihr Zuschauerservice

Ob das auch etwas Positives bewirkt ist allerdings fraglich. Freundliche Grüße aus Weilheim, i. Obb. S. K. (5.9.2020)

Walter Steiert schreibt: Mich stört schon einige Zeit die laute Begleitmusik bei Fernsehfilme und/oder Dokus, abgesehen von der Art der Musik. Sollen damit Jugendliche vor die Bildschirme gelockt werden? Ich habe bei der Qualität einiger Filme den Verdacht, die Zuschauer sollen vor dem Einschlafen bewahrt werden. (10.8.2020)

"Leserbrief geschrieben"
Sehr geehrte Damen und Herren, in Anlehnung an Ihr Thema HINTERGRUND-GEDÖNS habe ich einen Leserbrief an Die HörZu geschickt. Ferner werde ich mich an den Zentralverband vom Verbraucherverband wenden und versuchen, die Idee eines Verbraucherverbandes der Rundfunk- und Fernseheteilnehmer " einzupflanzen. Hier der Text meines Leserbriefes:

Betr.: Sprache und Ton in Fernsehbeiträgen – minutengenaue Gebühren-Abrechnung gefordert

Sehr geehrte Damen und Herren,
in den unzähligen Leserbriefen, die mir aus der Seele sprechen, geht es um das unverständliche Genuschel der Darsteller und das viel zu laute und nervige "HINTERGRUND-Gedöns", wie es der Satiriker Wilfried Schmickler in der Sendung MITTERNACHTSSPITZEN nannte.

Anm: Im Internetforum "WENN RADIO UND FERNSEHEN NERVEN" heißt das auch HINTERGRUND-GEDUDEL. Unter: http://www.hurcks.de/funkempfang/3berichte/radio-und-fernsehen-nerven-total.htm wird das beschrieben.

Das Problem ist nicht neu. Die gehörgeschädigten ehemaligen Discogänger sind heute mutmaßlich diejenigen, die Filme und Beiträge mit dem Hintergrund-Gedöns "untermalen". Dabei berufen sich Sende-ANSTALTEN auf die EBU R128 Norm, die natürlich jeder Fernsehzuschauer kennt (???), aber die ANSTALTEN halten sich nicht daran. Selbst ehemalige Mitarbeiter des öffentlich "selbst"gerechten Rundfunks (Tontechniker vom WDR) sprechen von grausamen Tonaussteuerungen.
Bereits vor Jahren wurde ein Zusatzmodul für Fernsehgeräte vorgestellt, es war wohl eine Dipl. Ingenieurin aus Österreich (?), die mit dem von ihr entwickeltem Gerät minutengenau den "VERBRAUCH" des gesehenen Programms registrieren und abrechnen kann. Das heißt: Mit dem Zusatzteil, das eigentlich in jedes FS Gerät gehört, könnte der Fernsehkonsum genau abgerechnet werden. Beim Gas-, Wasser- oder Stromverbrauch ist das Standard. Damit könnte man die Fernsehmacher dazu bringen, endlich das technisch Machbare einzusetzen: die störende Hintergrund-"Akustik" auf dem zweiten Kanal zu übertragen, sonst fließt kein Geld in die Kasse der Sende-ANSTALT, wenn der FS Teilnehmer genervt zu einer anderen ANSTALT umschaltet!
Jeder Fernsehteilnehmer könnte dann den zweiten Kanal mit dem Hintergrund-Gedöns selbst ein- oder abschalten. Ferner sollten die FS-Zuschauer endlich einen Verband ins Leben rufen, kräftig Mitglieder werben, die dann den Herren in den oberen Etagen der ANSTALTEN mal kräftig die Leviten lesen. Die Zwangsgebühr muss weg, die Verbrauchsgebühr muss her! U. Finke per eMail (10.1.2020) 

In der Natur spielt auch keine Musik: Guten Tag, ich bin eben auf Ihre Seite gestoßen. Auch ich bin sehr genervt, überall mit Musik berieselt zu werden. Ob beim Einkaufen oder z. B. bei Dokus im Fernsehen. Ich schaue mir gern Tier- und Natursendungen an. Aber überall wird mir im Hintergrund Musik aufgezwungen, die ich nicht hören möchte. Außerdem verstehe ich dann Gesprochenes schlechter. Bei Naturdokus gehört einfach Musik nicht rein. Wenn ich mich in der Natur aufhalte, spielt da ja auch keine Musik. Ich möchte in den Sendungen die Naturgeräusche und Tierstimmen hören und nicht immer diese Musikdudelei. Ich bin ein geräuschempfindlicher Mensch. Am Liebsten wäre mir im Fernsehen ein Zweikanalton, wo man dann die Musik abstellen könnte. Viele Grüße Regina. (25.7.2020)

Astrid Berens schreibt (17.11.2019): die Kommentare über nervige Beschallung im TV bei Berichten und DOKs sprechen mir voll aus der Seele.
In den letzten Monaten habe ich viele, viele Berichte und Doks abschalten müssen weil das Hintergrundgetöse nicht mehr auszuhalten war. Schade. Werde daher wohl auch zu Streamingdiensten wechseln. Wie ich lesen kann geht es vielen, vielen Menschen so und trotzdem wird so weitergemacht. Was sollen die blöden Kommentare der Verantwortlichen ohne diese "Musikuntermalung" nicht auszukommen zu können. Wann werden die endlich mal wach? Die Jungen sind längst woanders unterwegs und werden sowieso nicht mehr erreicht. Schon gemerkt? Anscheinend immer noch nicht.
Als nächstes die Supermärkte Rewe und Edeka beispielsweise. Die laute Zwangsbeschallung mit nervigen Werbesprüchen denen ich nicht entkommen kann veranlassen mich jedenfalls nicht mich dort länger aufzuhalten.

Ulrich Finke schreibt (15.11.2019): Die Berichte über die Hintergrundgeräusche beim Radio und Fernsehen, die von den Sendeanstalten als "Musik Untermalung" zu dramaturgischen Gestatung "verkauft" werden, sprechen mir aus der Seele.
Gibt es in Deutschland einen Verein, eine Gemeinschaft oder wie auch immer, die sich um die berechigten Interessen der Radiohörer und Fernsehzuschuer kümmert? Im Bayern offentsichtlich JA, nur man nimmt diese im Norden nicht war. Es ist an der Zeit so etwas zu gründen wie z.B. den Fahrgastverband PRO BAHN, der den "Großkopferten" bei der Bahn paroli bietet. Ein Aufruf über die sozialen Medien könnte helfen, wenngleich sich die jüngeren Generationen mutmaßlich längst vom öffentlich - selbstrechten zwangsfinazierten Rundfunk und Fernsehen veranschiedet haben. Ich trete bei, wenn es zur Gründung kommt.

Was meinen Sie dazu?

Leserbrief, März 2018
Guten Tag, Sie bringen es ganz genau auf den Punkt. Auch wir ärgern uns über diese völlig inakzeptable Musikuntermalung. Leider wird diese störende Akustik nicht getrennt als zweiter Kanal übertragen, dann könnte der Zuschauer über die Blanceregelung die Fehlsteuerung der Musik ausgleichen. Irgendwann werden sicherlich TV-Sendungen vom Zuschauer über das Internet bewertbar werden oder, noch besser, die Pauschalgebühren werden durch Einzelgebühren für jeden gesehenen Beitrag erhoben. Spätestens dann werden die öffentlich rechtlichen eine für den Zahler bessere Qualität liefern müssen. Darüber könnten dann auch die Zuschauerzahlen genauer erfasst werden.
Warten wir es ab, bis ein verantwortlicher Redakteur sich seinen eigenen Beitrag im TV einmal angesehen hat. Spätestens dann kommt das AHA Erlebenis. Anton, Eurowächter

Leserbrief eines ehemaligen WDR-Tontechnikers: 
Hallo Dieter, habe erst heute auf Deiner Webseite den Artikel zum TV- und Radio-Hintergrundlärm gefunden und werde ihn auf www.agaf-ev.org verlinken!
Als Leidensgenosse wirst Du verstehen, dass ich schon öfter mal an einen meiner Lieblingssender, 3Sat, Zuschauerpost geschickt habe, um gegen die grausame Tonaussteuerung mancher Beiträge z.B. in "Kulturzeit" zu protestieren. Da werden z.B. O-Ton und deutsche Übersetzung gleich laut gesendet oder ebenfalls "Hintergrundmusik". Die Leute in der Verwaltung, die Zuschauerpost beantworten, kennen offenbar die bemängelten Sendungen gar nicht. Die haben nur die EBU-Richtlinien im Kopf, die sowas eigentlich verhindern sollen...
Als Ex-Tontechniker beim WDR-TV kenne ich die entsprechenden Regeln, z.B. Begleitmusik um 10 dB abzusenken gegenüber dem Off-Sprecher. Dieses Stichwort macht mir in letzter Zeit besonders Ärger, denn wie eine Seuche hat es sich ausgebreitet, dass Trailer oder Off-Kommentare nur noch von "Off-Flüsterern" vertont werden. Mit meinem beidseitigen Tinnitus (Dauerrauschen) bleibt mir oft nur Lauterdrehen (und Fenster schließen...). Gruß aus Köln von Klaus Kramer, DL4KCK

B. Weisshuhn schreibt (11/2017): Das von ihnen beschriebene Problem ist, wie einschlägigen Foren und Zeitungsartikeln zu entnehmen ist, den Verantwortlichen schon lange bekannt. Es scheint aber, dass eine Veränderung erst dann eintreten würde, wenn sie selber als Hörbehinderte betroffen wären.
Der veröffentlichte Antwortbrief der ARD ist offensichtlich nur ein Textbaustein in den Computern der ARD, da ich praktisch den gleichen auf eine ähnliche Kritik von einer anderen Mitarbeiterin Franziska Aschenauer der ARD erhalten habe.
Es wird pauschal bedauert, wenn die Hintergrundmusik als störend empfunden wird. Man könne aber auf eine maßvolle (?) Verwendung nicht verzichten.
Man ignoriert dabei, dass die Hintergrundmusik inzwischen in fast jeder Sendung inflationär und in einer dominierenden Form eingespielt wird. Dadurch erlebt der hörbehinderte Zuschauer solche Sendungen/Filme praktisch als Stummfilm, wie vor 100 Jahren als bewegte Bilder ohne Sprache mit musikalischer Umrahmung ggf. noch mit Untertiteln soweit diese im Videotext verfügbar sind.
Es wird verharmlost, dass die Hintergrundmusik in Konkurrenz zum gesprochenen Wort Zuschauern mit einer Hörbehinderung eine Teilhabe am Fernsehen verhindert, weil sie den Inhalt nicht mehr verstehen können und praktisch dazu verurteilt werden, andere Medien zur Information und Unterhaltung zu nutzen.
(Hierzu vielleicht ein Vergleich: Würde man alle historischen Altstädte wieder mit Kopfsteinpflaster versehen, nur weil es gestalterisch und stilistisch besser aussieht?)

Meine Antwort: Hallo, Herr Weisshuhn, danke für Ihre aufschlussreiche Mail. Ich dachte schon, ich wäre in dieser Sache ein Einzelkämpfer. Ich bin nicht hörbehindert, sondern - im Gegenteil - hypersensitiv, weshalb mir die Hintergrundgeräusche vor allem bei den Dokumentationen auf 3sat u.a., die wir sonst gerne geschaut haben, auf die Nerven gehen, z.T. verbunden mit Kopfschmerzen. Selbst meine Frau sagt nach spätestens 15 Minuten: "Abschalten"! So müssen wir auf viele im Grunde sehr interessante Beiträge verzichten, z.B. auf die Doku über den weltweiten Flugverkehr auf 3sat oder gestern auf Panorama im Ersten (der Beitrag Microplastik war audiomäßig grausam). Auch TV-Verbrauchersendungen wie Markt in den dritten Programmen nerven, ebenso mit Musik unterlegte Radiobeiträge wie Verkehrsmeldungen, Wetterberiche, Anmoderationen. Die Gebühren muss man ja trotzdem bezahlen, auch wenn man sich von den öffentliche-rechtlichen Stationen abwendet und lieber Internetradio hört ...

Manfred T. schreibt (10/2017): Was mich als 72-jährigen erfreut, ist Ihre entschiedene Ablehnung der Hinterlegung von Wortnachrichten, z.B Wetterbericht, mit "Musik" im Radio. Das empfinde ich als ungemein störend und belästigend. Erstmal ist das nach meiner Auffassung keine Musik mehr, sondern nur noch Krach ... Und dafür sollen wir alle auch noch GEZ-Gebühren entrichten. Ein Rückfall ins finsterste Mittelalter
Eine weitere Unsitte im Radio ist es, die Musiktitel nicht bis zu dem vom Komponisten vorgeschriebenen Ende auszuspielen, sondern den Auftakt des nächsten Titels noch auf die letzten hörbaren Noten des vorherigen darüberzulegen. Eine Pause zum "Luftholen" (zur Verinnerlichung des eben Gehörten) gibt es bei dieser Nonstop-Dudelei heutzutage nicht mehr. Ein Glück, dass ich jetzt den Laptop habe! Eine gesunde Darbietung von guter Musik gibt es noch im Internet.

Interessanter Beitrag im Merkur : „Begleitendes Getöse“; Fernsehen 23. Juni 2009 - also schon ein altes Ärgernis

„Das Problem mit der Hintergrundmusik dürfte weniger an der Lautstärke liegen, sondern dass überhaupt Sprechszenen mit Musik hinterlegt werden. Das ist meines Erachtens völliger Unfug. Die Qualität der schauspielerischen Leistung wird nicht gesteigert, wenn der gesprochene Text durch die Musik massiv gestört bzw. vom Zuschauer schlecht verstanden wird.“ Dieter Heinzel Eichenau „In Ihrem Artikel geht es um zu laute Hintergrundmusik im Fernsehen. Ja, es stimmt, die Hintergrundbelästigung beim Fernsehen nimmt zu und die Verständlichkeit leidet. Daher sehe ich schon lange kein Privatfernsehen mehr, denn das mutiert immer mehr zum Werbe-Nerv-Fernsehen. Leider macht das Phänomen des Hintergrundlärms nicht beim Fernsehen halt. Schalten Sie doch mal das Radio ein. Nein, auch hier nicht die Privatsender. Die verhalten sich so wie die privaten Fernsehsender. Schalten Sie mal Radio Bayern 3 ein. Da kommt man sich doch vor, wie mitten in einem Computerspiel. Ständig kracht es, wummert es, zischt es, krabuummm! .... Vielleicht sollten alle verärgerten Zuschauer in einen Zahlungsstreit treten?“ Theresa M. Hellhake Taufkirchen

Was meinen Sie dazu? 

zurück